NASA: Meereis um die Antarktis erreicht dritttiefstes Winter-Maximum seit Messbeginn
Rund 17,59 Millionen Quadratkilometer: Das Meereis um die Antarktis ist 2026 so wenig gewachsen wie nur zweimal zuvor. Nach Jahrzehnten leichter Zunahme liegt es seit 2016 meist unter dem Durchschnitt.

Symbolbild · Foto: NASA's Scientific Visualization Studio - Trent L. Schindler, Grace Weikert, Ian Jones, Laurence Schuler / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Das Meereis rund um die Antarktis hat 2026 sein winterliches Maximum vermutlich um den 14. September erreicht – mit etwa 17,59 Millionen Quadratkilometern. Nach Angaben der NASA und des US-Schnee- und Eisdatenzentrums NSIDC ist das das dritttiefste Winter-Maximum der Satellitenaufzeichnung. Das NASA Earth Observatory hat die Messdaten in einer Auswertung zusammengefasst, die am 15. Oktober unter anderem bei ScienceDaily erschien. Die Werte sind vorläufig: Weil die Eisfläche um den Höhepunkt stark schwankt, sei das Maximum schwer zu bestätigen, so das NSIDC; üblicherweise wird es Ende September oder Anfang Oktober erreicht, frühestens bisher am 30. August.
Grundlage sind Messungen passiver Mikrowellensensoren auf Satelliten, die die von Meereis abgegebene Mikrowellenstrahlung erfassen – auch durch Wolken hindurch. Als eisbedeckt zählt eine Fläche, wenn mindestens 15 Prozent des Wassers mit Eis bedeckt sind. Die Messreihe beginnt Ende 1978 mit dem NASA-Satelliten Nimbus-7 und wird mit Satelliten des US-Militärs, NASAs Aqua und seit 2025 mit dem japanischen GCOM-W fortgeführt. Eine Fehlerspanne für den diesjährigen Wert nennen NASA und NSIDC nicht.
Langfristig hat sich das Bild in der Antarktis gewandelt: Von 1979 bis 2014 nahm die Eisausdehnung um etwa ein Prozent pro Jahrzehnt zu, wobei unklar ist, ob das ein bedeutsamer Trend war; 2012 bis 2014 gab es drei Rekord-Maxima in Folge. Seit 2016 gibt es deutliche Verluste, die Ausdehnung liegt meist unter dem Durchschnitt, 2023 brachte sowohl das niedrigste Sommer-Minimum als auch das niedrigste Winter-Maximum. In der Wachstumssaison 2026 habe das Meereis stetig hinter dem langjährigen Mittel gelegen, sagte NSIDC-Forscher Ted Scambos. Ob sich dahinter eine dauerhafte Verschiebung verbirgt, untersuchen Fachleute noch; die Messungen allein klären die Ursachen nicht.
