Berlin --:--Samstag, 17. Oktober 2026
LIVE
KlimaNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Klima ·

NASA: Meereis um die Antarktis erreicht dritttiefstes Winter-Maximum seit Messbeginn

Rund 17,59 Millionen Quadratkilometer: Das Meereis um die Antarktis ist 2026 so wenig gewachsen wie nur zweimal zuvor. Nach Jahrzehnten leichter Zunahme liegt es seit 2016 meist unter dem Durchschnitt.

Das Meereis rund um die Antarktis hat 2026 sein winterliches Maximum vermutlich um den 14. September erreicht – mit etwa 17,59 Millionen Quadratkilometern. Nach Angaben der NASA und des US-Schnee- und Eisdatenzentrums NSIDC ist das das dritttiefste Winter-Maximum der Satellitenaufzeichnung. Das NASA Earth Observatory hat die Messdaten in einer Auswertung zusammengefasst, die am 15. Oktober unter anderem bei ScienceDaily erschien. Die Werte sind vorläufig: Weil die Eisfläche um den Höhepunkt stark schwankt, sei das Maximum schwer zu bestätigen, so das NSIDC; üblicherweise wird es Ende September oder Anfang Oktober erreicht, frühestens bisher am 30. August.

Grundlage sind Messungen passiver Mikrowellensensoren auf Satelliten, die die von Meereis abgegebene Mikrowellenstrahlung erfassen – auch durch Wolken hindurch. Als eisbedeckt zählt eine Fläche, wenn mindestens 15 Prozent des Wassers mit Eis bedeckt sind. Die Messreihe beginnt Ende 1978 mit dem NASA-Satelliten Nimbus-7 und wird mit Satelliten des US-Militärs, NASAs Aqua und seit 2025 mit dem japanischen GCOM-W fortgeführt. Eine Fehlerspanne für den diesjährigen Wert nennen NASA und NSIDC nicht.

Langfristig hat sich das Bild in der Antarktis gewandelt: Von 1979 bis 2014 nahm die Eisausdehnung um etwa ein Prozent pro Jahrzehnt zu, wobei unklar ist, ob das ein bedeutsamer Trend war; 2012 bis 2014 gab es drei Rekord-Maxima in Folge. Seit 2016 gibt es deutliche Verluste, die Ausdehnung liegt meist unter dem Durchschnitt, 2023 brachte sowohl das niedrigste Sommer-Minimum als auch das niedrigste Winter-Maximum. In der Wachstumssaison 2026 habe das Meereis stetig hinter dem langjährigen Mittel gelegen, sagte NSIDC-Forscher Ted Scambos. Ob sich dahinter eine dauerhafte Verschiebung verbirgt, untersuchen Fachleute noch; die Messungen allein klären die Ursachen nicht.

Mehr aus dem Ressort

← Klima