Tropfen statt Lesebrille? USA lassen Ryzumvi gegen Alterssichtigkeit zu
Die US-Behörde FDA hat Augentropfen mit Phentolamin für Erwachsene mit Alterssichtigkeit zugelassen. Sie verengen die Pupille und können das Nahsehen verbessern – als Ergänzung, nicht als Brillenersatz.

Symbolbild · Foto: Bitjungle / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat am 16. Oktober die Augentropfen Ryzumvi (Phentolamin 0,75 %) zur Behandlung der Alterssichtigkeit bei Erwachsenen zugelassen, wie die Fachmedien Optometry Times und Ophthalmology Times berichten. Alterssichtigkeit (Presbyopie) ist die altersbedingte Schwäche beim Sehen in der Nähe, wegen der viele Menschen eine Lesebrille brauchen. Das konservierungsmittelfreie Präparat stammt von Opus Genetics, die US-Vermarktungsrechte liegen bei Viatris. Bisher war es nur zugelassen, um medikamentös erweiterte Pupillen wieder zu verengen.
Der Wirkstoff verkleinert die Pupille, ohne auf den Ziliarmuskel des Auges zu wirken. Grundlage der Zulassung sind die beiden Phase-3-Studien VEGA-2 und VEGA-3. In VEGA-3 mit 545 Teilnehmenden erreichten 27,2 Prozent der Phentolamin-Gruppe das Hauptziel, in der Placebogruppe 11,5 Prozent. Die Tropfen werden einmal täglich am Abend angewendet. Häufigste Nebenwirkungen waren gerötete Augen (21 Prozent) und Reizungen beim Eintropfen (16 Prozent).
Die Augenärztin Alice Epitropoulos sieht die Tropfen als Ergänzung und „Lifestyle-Option“, nicht als Ersatz für Brille oder Kontaktlinsen. Bei stark Weitsichtigen oder Menschen mit ausgeprägt trockenen Augen sei Vorsicht geboten. Einen Markteinführungstermin nannte das Unternehmen nicht. Über eine Behandlung bei Sehproblemen entscheidet die Augenärztin oder der Augenarzt.
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.
