Fall Pike: Anwälte wollen mehr Zeit vor der Anhörung am 23. Oktober
Gut zwei Wochen nach der gescheiterten Hinrichtung beantragen Christa Pikes Anwälte mehr Vorbereitungszeit. Ein Schriftsatz beschreibt erstmals ausführlich ihre Tage auf der Intensivstation.
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Die Anwälte von Christa Pike haben das Gericht in Tennessee um mehr Zeit gebeten, um sich auf die Anhörung am 23. Oktober vorzubereiten. Das berichtete der Sender WZTV/Fox 17 am Freitagabend (Ortszeit). In dem Termin soll es um das weitere Vorgehen nach dem gescheiterten Hinrichtungsversuch vom 30. September gehen. Wie viel zusätzliche Zeit die Verteidigung verlangt, geht aus dem Bericht nicht hervor; eine Entscheidung des Gerichts lag zunächst nicht vor.
In dem Schriftsatz schildern die Anwälte Pikes Zustand nach dem Eingriff: Sie erhielt demnach zwei Dosen des Mittels Pentobarbital, überlebte und lag mehrere Tage bewusstlos an einem Beatmungsgerät. Nach dem gescheiterten Hinrichtungsversuch seien ihre Arme „geschwollen, verbrannt und voller Blasen“ gewesen. Am 6. Oktober wachte sie auf und begann zu sprechen, am 10. Oktober wurde sie nach Angaben ihrer Anwälte entlassen und in das Gefängnis Deborah K. Johnson Rehabilitation Center zurückgebracht, in dem sie seit mehr als 30 Jahren lebt.
Gouverneur Bill Lee hat die letzte noch für dieses Jahr angesetzte Hinrichtung abgesagt, bis eine Überprüfung abgeschlossen ist; im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft von Tennessee untersucht der frühere Bundesstaatsanwalt Ed Stanton unabhängig das Vorgehen der Strafvollzugsbehörde. Ob Tennessee einen neuen Hinrichtungstermin anstrebt, ist offen. Pike war 1996 von einer Jury wegen des Mordes an der 19-jährigen Colleen Slemmer verurteilt worden, die 1995 in Knoxville getötet wurde; Slemmer war ihre Mitschülerin. Pike war damals 18 Jahre alt.
