Baugenehmigungen steigen im August um 6,8 Prozent – Branche bleibt vorsichtig
Im August wurden in Deutschland 20.600 Wohnungen genehmigt, 6,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Verbände sprechen von Erholung vom Tiefpunkt, warnen aber vor höheren Zinsen und Kosten.

Symbolbild · Foto: Spielvogel, the copyright holder of this work, hereby publishes it under the following license: / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
In Deutschland ist im August der Bau von 20.600 Wohnungen genehmigt worden. Das waren 6,8 Prozent oder 1.300 mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von Januar bis August stieg die Zahl der Genehmigungen um 12,1 Prozent auf 169.400 Wohnungen. Am stärksten legten Zweifamilienhäuser zu (plus 21,7 Prozent auf 10.000 Wohnungen), bei Mehrfamilienhäusern gab es ein Plus von 14,5 Prozent auf 90.600, bei Einfamilienhäusern von 7,8 Prozent auf 31.500. Nur bei Wohnheimen ging die Zahl um 2,0 Prozent zurück.
„Wir erholen uns von einem historischen Tiefpunkt, von einem normalen Niveau sind wir noch weit entfernt“, sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. Tim-Oliver Müller vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie gab zu bedenken, eine heute genehmigte Wohnung sei „erst frühestens Ende 2028 fertiggestellt“; er verwies auf einen Bauüberhang von 760.700 Wohnungen. Die EZB hat ihren Leitzins in diesem Jahr zweimal angehoben, auch die Bauzinsen sind gestiegen. Steffen Zetzmann vom Kieler Institut für Weltwirtschaft betonte laut Reuters, Projekte lohnten sich nur, wenn die Mieten die höheren Finanzierungs- und Baukosten deckten: „Gelingt das nicht, dürfte der Neubau zurückgehen.“
