Schlaganfälle bei unter 55-Jährigen laut Langzeitstudie um mehr als 80 Prozent häufiger
Eine Studie aus der Region Cincinnati blickt auf fast 30 Jahre zurück. Vor allem ischämische Schlaganfälle nehmen zu – ebenso Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Drogenkonsum.
Foto: Raymond F Sekula Jr, Peter J Jannetta, Kenneth F Casey, Edward M Marchan, L Kathleen Sekula and Christine S McCrady / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Video: YouTube · WGRZ-TV · youtube.com
Schlaganfälle treffen immer häufiger jüngere Erwachsene. Das zeigt eine Studie in der Fachzeitschrift „Neurology“ der American Academy of Neurology, über die ScienceDaily am 15. Oktober berichtete. Die Forschenden werteten Daten aus der Region Greater Cincinnati und Nord-Kentucky von 1993 bis 2020 aus. Erfasst wurden 2076 Menschen zwischen 20 und 54 Jahren mit einem ersten Schlaganfall.
Laut der Studie stieg die Rate von 33,9 je 100.000 Personenjahre in den Jahren 1993/94 auf 62,2 im Jahr 2020 – ein Plus von etwa 83 Prozent. Ischämische Schlaganfälle, bei denen ein Blutgefäß im Gehirn verstopft, haben sich mit einem Anstieg von 23,8 auf 47,3 fast verdoppelt. Bei Hirnblutungen zeigte sich kein vergleichbarer Anstieg. Der Anteil der Patienten mit Substanzkonsum, vor allem Cannabis, wuchs von 4,6 auf 40,2 Prozent. Die Sterblichkeit in den ersten 30 Tagen sank zugleich von 11,7 auf 9,4 Prozent.
Unter den jüngeren Betroffenen fanden sich häufiger Bluthochdruck, Diabetes und Vorhofflimmern. Die Autoren betonen, dass die Studie keinen ursächlichen Zusammenhang belegt, weil eine Vergleichsgruppe ohne Schlaganfall fehlt. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Schlaganfälle bei jüngeren Erwachsenen immer häufiger werden“, sagte Erstautorin Emily R. Fisher von der University of Cincinnati. Risikofaktoren sollten nach ihren Worten schon im frühen Erwachsenenalter erkannt und behandelt werden.
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.
