Berlin --:--Samstag, 17. Oktober 2026
LIVE
WirtschaftNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Wirtschaft ·

Getreideexport in Gefahr: Erste Schiffe meiden Bulgariens Schwarzmeerhäfen

Wegen der Angriffe im Schwarzen Meer haben laut den Getreideerzeugern erste Frachter Bulgariens Häfen gemieden. Das Land muss rund fünf Millionen Tonnen Weizen auf dem Weltmarkt verkaufen.

Symbolbild: Frachtschiff im Hafen von Warna

Symbolbild · Foto: Alexey Komarov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Die Unsicherheit im Schwarzen Meer trifft Bulgariens Getreidebranche. „Wir haben bereits Schiffe, die sich geweigert haben, bulgarische Häfen anzulaufen“, sagte Ilija Prodanow, Vorsitzender des Nationalen Verbands der Getreideerzeuger, am Freitag im Bulgarischen Nationalfernsehen BNT. Andere Frachter verzögerten ihre Ankunft und warteten im südlichen Schwarzen Meer. Bulgarien muss nach seinen Angaben rund fünf Millionen Tonnen Weizen international absetzen; im Inland werden nur etwa 1,2 bis 1,3 Millionen Tonnen verbraucht. Die Frachtkosten für Getreide aus dem Schwarzmeerraum hätten sich seit Beginn des Kriegs in der Ukraine verfünf- bis versechsfacht, auch Versicherungen seien deutlich teurer geworden.

Bleibt der Export blockiert, droht nach Prodanows Worten ein Überschuss im Land, für den neben der nächsten Ernte nicht genug Lagerraum vorhanden sei. Die regionalen Preise könnten dann sinken, selbst wenn die Weltmarktpreise steigen. Alternativen über griechische Häfen diskutiere die EU-Kommission seit 2021, doch die Bahnverbindungen nach Griechenland mit nur ein oder zwei Grenzübergängen reichten für solche Mengen nicht aus. Prodanow forderte kurzfristig Garantien für die Sicherheit der Schifffahrt in bulgarischen Gewässern und langfristig Investitionen in Routen über Griechenland.

Mehr aus dem Ressort

← Wirtschaft