Brille als Museumsführer: In der Mailänder Brera beschreiben KI-Brillen Gemälde
Meta und EssilorLuxottica testen in der Pinacoteca di Brera KI-Brillen für blinde und sehbehinderte Besucher: Sie erkennen acht Meisterwerke und beschreiben sie per Audio.

Archivbild · Foto: Danielle Jansen / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Pinacoteca di Brera in Mailand setzt seit Mitte Oktober KI-Brillen von Meta und EssilorLuxottica ein, um blinden und sehbehinderten Menschen Kunst zugänglich zu machen. Das Pilotprojekt heißt „Sensing Art“ und umfasst acht ausgewählte Werke des bestehenden Rundgangs „DescriVedendo“. Steht man vor einem der Bilder, erkennt die Brille das Gemälde und spielt über Lautsprecher in den Bügeln eine Beschreibung ab. Die offene Bauweise lässt die Umgebung weiter hören. Laut Finestre sull'Arte kann man wählen zwischen einer Beschreibung von Formen und Komposition, einer kunsthistorischen Einordnung und der Biografie des Künstlers.
Zwischen den Werken führen kurze Audiohinweise weiter. Fragen beantwortet der Sprachassistent Meta AI, über den Dienst Be My Eyes lassen sich zudem sehende Freiwillige und geschultes Personal live zuschalten. Beteiligt sind die Blindenverbände UICI und ANS sowie das Mailänder Blindeninstitut. Die Brillen gibt es nach Anmeldung dienstags bis freitags von 10 bis 16.30 Uhr.
„Barrierefreiheit beim Kulturerbe bedeutet, die Voraussetzungen zu schaffen, dass jeder seine eigene Beziehung zur Kunst aufbauen kann“, sagte Brera-Direktor Angelo Crespi. Meta-Managerin Maxine Williams erklärte, wenn Innovation reale Bedürfnisse anspreche, könne sie greifbaren Wert schaffen. UICI-Präsident Mario Barbuto betonte, es sei wesentlich, die Nutzer direkt in die Entwicklung solcher Lösungen einzubeziehen.
