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Missbrauchsbeauftragte Claus: Risiko für Kinder „so hoch wie heute“ noch nie

Die Polizei zählte 2025 mehr als 17.100 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs. Kerstin Claus warnt vor Gefahren im Netz und fordert ein Schulfach zur digitalen Welt.

Kerstin Claus (Archivbild)

Archivbild · Foto: Stefan Frohloff / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de (zugeschnitten und skaliert)

Die Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus, sieht Kinder und Jugendliche so stark gefährdet wie nie. „Noch nie war das Risiko für Kinder und Jugendliche, sexualisierte Gewalt zu erleben, so hoch wie heute“, sagte sie am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung ihres Berichts. Nach ihren Angaben leben in Deutschland rund zehn Millionen Menschen, die in Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt erlebt haben.

Die Polizei registrierte 2025 insgesamt 17.126 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs – 772 mehr als im Vorjahr und rund 1.600 mehr als fünf Jahre zuvor. Online-Räume seien zu zentralen Tatorten geworden, heißt es in dem Bericht. Künstliche Intelligenz könne harmlose Profilfotos in Nacktbilder verwandeln und so Erpressung mit intimen Bildern (Sextortion) erleichtern. „Die Risiken im digitalen Raum explodieren“, sagte Claus.

Sie fordert unter anderem ein Schulfach zur digitalen Welt, die aktive Suche und Löschung von Missbrauchsdarstellungen im Netz sowie Schutzkonzepte in allen Schulen, Kitas und Freizeitangeboten. Der strafrechtliche Schutz vor Cybergrooming soll auch für über 14-Jährige gelten. Bundesregierung und Bundestag müssen sich erstmals mit einem solchen Bericht befassen.

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