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Roboter so lang wie ein Reiskorn sollen Antibiotika direkt ins Herz bringen

Johns-Hopkins-Ingenieure steuern Mini-Roboter per Magnetfeld zu infiziertem Herzgewebe. In Herzmodellen und an Schweineherzgewebe klappte das bereits – auch gegen simulierten Blutfluss.

Archivbild: Osteingang des Homewood-Campus der Johns Hopkins University in Baltimore

Archivbild · Foto: Tingtingou / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Ingenieure der Johns Hopkins University in Baltimore haben Mini-Roboter entwickelt, die Medikamente gezielt zu infiziertem Herzgewebe bringen sollen. Die „Millirobots“ sind etwa so dick wie eine Bleistiftspitze und so lang wie ein Reiskorn. Sie haben weder Batterie noch Motor, sondern werden von außen mit einem Elektromagnet-System gesteuert, das einem MRT-Gerät ähnelt. Die Studie um den Medizinrobotiker Axel Krieger erschien im Fachjournal Advanced Materials Technologies (DOI 10.1002/admt.71353), die Universität stellte sie am 12. Oktober vor.

Die Roboter arbeiten im Duo: Ein „Nadelmodul“ hakt sich am infizierten Gewebe fest und dient als Andockstation, ein „Medikamentenmodul“ koppelt dort an und gibt langsam Antibiotika ab. In Herzmodellen und an echtem Herzgewebe vom Schwein bewegten sich die Roboter gleichmäßig und autonom, auch gegen simulierten Blutfluss.

Ziel ist eine Alternative bei Endokarditis, einer Infektion des Herzens, an der in den USA jährlich rund 50.000 Menschen erkranken. Die übliche Antibiotika-Infusion dauert meist vier bis sechs Wochen. Erstautor Anuruddha Bhattacharjee sagte: „Wenn alles gut funktioniert, kommt man von vier bis sechs Wochen Behandlung auf einen Tag oder weniger.“ Als Nächstes sind Tests in Herzmodellen geplant, die das Schlagen des Herzens nachahmen.

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