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Rekord beim Porto: Standardbrief könnte ab 2027 1,14 Euro kosten

Die Bundesnetzagentur räumt der Post einen Preisspielraum von bis zu 20,35 Prozent ein – so viel wie nie. Auch Pakete sollen um 10,72 Prozent teurer werden dürfen.

Briefkasten der Deutschen Post (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: J. Triepke / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)

Briefe in Deutschland dürften 2027 so stark teurer werden wie nie zuvor. Die Bundesnetzagentur hat einen Entwurf vorgelegt, der der Deutschen Post ab Januar 2027 im Schnitt bis zu 20,35 Prozent mehr Porto erlaubt. Würde die Post den Spielraum auf alle Briefarten gleich anwenden, stiege der Preis für den Standardbrief von derzeit 0,95 auf 1,14 Euro – erstmals über einen Euro. Für Pakete sind bis zu 10,72 Prozent mehr vorgesehen, vor zwei Jahren waren es 7,21 Prozent. Die neuen Preise sollen für 2027 und 2028 gelten.

Zum Vergleich: 2022 lag der durchschnittliche Aufschlag bei 4,6 Prozent, 2025 bei 10,48 Prozent. Als Hauptgrund nennt Behördenchef Klaus Müller den Rückgang der Sendungen: „Wesentlicher Grund für das steigende Porto sind die stark abnehmenden Briefmengen.“ Die Zahl der Briefe sank von 16,9 Milliarden im Jahr 2005 auf knapp 9,4 Milliarden 2025. Die Behörde sei zudem unter den Forderungen der Post geblieben.

Endgültig ist der Spielraum noch nicht: Zunächst wird die Branche angehört, danach legt die Netzagentur die Vorgaben fest. Welche Briefart wie viel kostet, entscheidet die Post selbst; die Behörde muss die Preise anschließend genehmigen. Die Post erklärte, sie werde mit dem Spielraum „verantwortungsvoll umgehen“, und verwies auf gestiegene Löhne sowie Energie- und Materialkosten.

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