Neue Mindestlohn-Formel: Dreiergremium ohne Konsens – „Podkrepa“ ist dagegen
Der Mindestlohn in Bulgarien soll künftig in einer Spanne festgelegt werden. Für 2027 läge die Obergrenze bei 672,80 Euro. Arbeitgeber und KNSB tragen das mit, „Podkrepa“ lehnt ab.

Archivbild · Foto: Radosław Botev / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 pl (zugeschnitten und skaliert)
Der Nationale Rat für dreiseitige Zusammenarbeit hat sich am Montag nicht auf die neue Formel für den Mindestlohn geeinigt. Sozialministerin Natalia Efremowa stellte die Änderungen an der Lohnverordnung vor. Danach soll der Mindestlohn nicht mehr bei der Hälfte des Durchschnittslohns liegen. Er bewegt sich künftig in einer Spanne. Untergrenze ist der aktuelle Betrag. Die Obergrenze ergibt sich aus vier gleich gewichteten Kennzahlen: Lebenshaltungskosten, Median- und Durchschnittslöhne, Lohnwachstum und Arbeitsproduktivität. Für 2027 läge sie bei 672,80 Euro. Das letzte Wort hat die Regierung.
Die Arbeitgeber und der Gewerkschaftsbund KNSB unterstützen den Entwurf grundsätzlich. Die KNSB will 2027 aber noch nach der alten Methode rechnen; danach wären es rund 692 Euro. Der Gewerkschaftsbund „Podkrepa“ lehnt die Formel ab. Ihr Chefökonom Atanas Kazartschew sagte, Beschäftigte verlören dadurch mindestens 20 Euro im Monat. Außerdem stütze sich der Mechanismus auf Daten, die älter als zwei Jahre seien. Ein Arbeiter aus Russe sagte BNT, die derzeit rund 620 Euro reichten weder für Essen noch für Kleidung.
Finanzminister Galab Donew sagte, die Regierung arbeite daran, die Haushaltsgesetze fertigzustellen. Den Entwurf für 2027 erwartet BNT bis Ende Oktober. In einer Woche soll das Dreiergremium über Steueränderungen beraten. Dazu gehören eine Steuer auf Übergewinne und Entlastungen für Eltern.
