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Fall Iva M.: Nordmazedonien spricht von Flucht und schaltet EU und Europarat ein

Die in Nordmazedonien angeklagte 23-Jährige liegt trotz Ausreiseverbots in einer Sofioter Klinik. Skopje wirft Sofia vor, das Vertrauen zwischen den Nachbarn zu untergraben.

Pirogow-Krankenhaus in Sofia (Archivbild)

Archivbild · Foto: Bin im Garten / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Der Fall einer 23-Jährigen mit bulgarischer und nordmazedonischer Staatsbürgerschaft belastet die Beziehungen zwischen Sofia und Skopje. Das Außenministerium in Skopje kündigte am Montagnachmittag an, die EU-Institutionen und den Europarat über ihre „Flucht“ und ihren „Empfang auf hoher Ebene in Sofia“ zu informieren. Ein solches Verhalten bulgarischer Staatsinstitutionen untergrabe die Bemühungen um Vertrauen. „Die Rechtsstaatlichkeit darf nicht selektiv sein und nicht von der Nationalität einer Person abhängen“, hieß es laut der Agentur BTA.

Zuvor hatte das nordmazedonische Innenministerium mitgeteilt, im Grenzkontrollsystem sei keine Ausreise der Frau registriert, gegen sie gelte ein gerichtliches Ausreiseverbot. Auch die bulgarische Grenzpolizei hat keine legale Einreise registriert. Die Frau ist in Nordmazedonien wegen eines Verkehrsunfalls vom 7. Oktober 2025 bei Kočani angeklagt, bei dem ein Mensch starb und mehrere Menschen, darunter sie selbst, verletzt wurden. Die Anklage wirft ihr laut Medienberichten zu hohes Tempo vor, die Verteidigung bestreitet das; es gilt die Unschuldsvermutung. Ihr nordmazedonischer Anwalt zeigte sich überrascht – es gebe keine gerichtliche Erlaubnis.

Die Frau befindet sich nach Angaben von Innenminister Iwan Demerdschiew in der Sofioter Klinik „Pirogow“; nach eigenen Angaben passierte sie die Grenze gemeinsam mit ihrem Anwalt und wies sich mit ihren Ausweisen aus. Demerdschiew kündigte an, sie werde dazu befragt, ob, wann, wie und wo sie die Grenze überquert habe. Außenministerin Welislawa Petrowa sprach von einem humanitären Fall, der in Nordmazedonien keine Antwort gefunden habe. Ihr Ministerium sei vorab nicht informiert und an der Rückkehr nicht beteiligt gewesen. Der Prozess in Kočani wird am 9. November fortgesetzt.

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