Bootsunglück vor Dschibuti: Mindestens 139 Migranten tot, 84 vermisst
Das überfüllte Boot mit 305 Menschen an Bord sollte nach Jemen fahren. Unter den Toten sind 15 Kinder. Die UN-Migrationsorganisation IOM rechnet mit weiteren Opfern.

Archivbild · Foto: MC1 Robert Ressler / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Vor der Küste Dschibutis sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 139 Menschen ertrunken, darunter 15 Kinder. 84 weitere gelten als vermisst. Das Boot mit 305 Menschen an Bord war am Abend des 8. Oktober nahe Guhere nördlich von Obock in Richtung Jemen gestartet und kurz darauf in Ufernähe gekentert – laut IOM vor allem wegen Überfüllung.
Mehr als 80 Menschen überlebten, alle stammen aus Äthiopien. Sie werden in einem IOM-Zentrum in Obock medizinisch und psychologisch betreut. Zunächst war von 109 Toten die Rede, später wurden weitere Leichen geborgen. Die Zahl könnte weiter steigen, da bislang nur die von den Behörden bestatteten Opfer gezählt werden.
„Das Schreckliche ist, dass sie ohne Namen in einem Massengrab beerdigt wurden, wie in einer Kriegssituation“, sagte IOM-Missionschef Alexandre Coissac der AP. IOM-Generaldirektorin Amy Pope forderte sichere und legale Migrationswege. Auf dieser Migrationsroute vom Horn von Afrika über Jemen in die Golfstaaten starben oder verschwanden im vergangenen Jahr mehr als 900 Menschen.
