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Indien: Über 1.000 Festnahmen bei Protest gegen Wahlleiter – Delhi abgeriegelt

Mit gestoppten Zügen, abgeschaltetem Mobilfunk-Internet und Tausenden Polizisten haben Indiens Behörden einen Protest der Jugendbewegung „Cockroach“ gegen den obersten Wahlleiter verhindert.

Die Polizei in Neu-Delhi hat am Samstag mehr als 1.000 Menschen festgenommen, darunter Demonstranten, Oppositionspolitiker, Journalisten, Studentenvertreter und Anwälte sowie die Gründer der satirischen Jugendpartei Cockroach Janta Party („Kakerlake“). Die Bewegung hatte zu einer Kundgebung am Jantar Mantar aufgerufen und den Rücktritt des obersten Wahlkommissars Gyanesh Kumar gefordert. Die Protestierenden werfen der regierenden BJP vor, über eine Überarbeitung der Wählerverzeichnisse (SIR) Wahlergebnisse zu beeinflussen.

Sicherheitskräfte riegelten das Gelände schon vor Beginn ab, Tausende Polizisten und Paramilitärs waren im Einsatz. Züge nach Neu-Delhi wurden gestrichen, das mobile Internet abgeschaltet, Metrostationen und Märkte geschlossen. Gründer Abhijeet Dipke wurde nach der Landung aus Mumbai noch im Flugzeug festgesetzt. Unter den Festgenommenen sind auch der Youtuber Dhruv Rathee, der Anwalt Prashant Bhushan sowie die Politiker Yogendra Yadav und Mamata Banerjee. Kleinere Proteste gab es dennoch an anderen Orten der Stadt.

BJP-Sprecher Sambit Patra nannte die Demonstranten „anarchische Elemente“, ihr Protest sei gescheitert. Kongress-Chef Mallikarjun Kharge warf der Regierung von Narendra Modi vor, Indiens Demokratie in eine „Maulkorb-Demokratie“ zu verwandeln. Amnesty International Indien und das Komitee zum Schutz von Journalisten forderten die Freilassung der Festgenommenen. Die Proteste gelten als eine der größten Bewährungsproben für Modi vor einer Reihe wichtiger Landtagswahlen ab Anfang 2027.

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