Vitamin D2 oder D3? Britische Studien finden Unterschiede in der Wirkung
Wer Vitamin D2 einnimmt, hat laut einer Metaanalyse niedrigere Vitamin-D3-Spiegel im Blut. Die Forschenden betonen: D2 ist nicht schädlich, es braucht aber größere Studien.

Archivbild · Foto: Wellcome Collection / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die beiden wichtigsten Formen von Vitamin D in Nahrungsergänzungsmitteln – D2 und D3 – wirken offenbar nicht gleich. Forschende der University of Surrey, des John Innes Centre und des Quadram Institute in Großbritannien fassen mehrere Untersuchungen zusammen. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse randomisierter Studien in der Fachzeitschrift Nutrition Reviews sichtete 20 Studien, 11 davon flossen in die Hauptauswertung ein. Bei Menschen, die Vitamin D2 einnahmen, lag der Blutwert von 25-Hydroxyvitamin-D3 deutlich niedriger – im Schnitt um etwa 9 bis 18 nmol/l, je nach Auswertungsmethode.
Eine zweite Studie unter Leitung von Colin Smith, erschienen in Frontiers in Immunology, untersuchte, wie beide Formen die Genaktivität im Blut verändern. Demnach regte D3, nicht aber D2, die sogenannte Typ-I-Interferon-Signalgebung an – einen frühen Abwehrmechanismus des Immunsystems gegen Viren und Bakterien. Eine dritte Metaanalyse mit 26 Studien zeigt, dass auch D2 messbar wirkt: Es senkt das Parathormon und erhöht leicht den Calciumspiegel im Blut.
„Vitamin-D3-Präparate könnten für die meisten Menschen vorteilhafter sein als Vitamin D2“, sagte die Hauptautorin Emily Brown. Die Forschenden betonen jedoch, dass ein niedrigerer D3-Spiegel nicht bedeutet, dass D2 schädlich oder unwirksam ist; die Immundaten belegen auch nicht, dass D3 vor Infektionen schützt. Größere klinische Studien seien nötig.
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