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Südkorea: Forscher sprach mit 42 Todeskandidaten – und plädiert für Abschaffung

Seit 1997 hat Südkorea niemanden mehr hingerichtet, doch 56 Menschen sitzen weiter in der Todeszelle. Ein Kriminologe, der 42 von ihnen befragt hat, hält die Strafe für wirkungslos.

Grafik: Südkorea: Forscher sprach mit 42 Todeskandidaten – und plädiert für Abschaffung

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

In Südkorea ist seit dem 30. Dezember 1997 kein Todesurteil mehr vollstreckt worden, dennoch sind 56 Menschen zum Tode verurteilt – 52 in Gefängnissen des Justizministeriums, vier in Militärhaft. Kim Dae-keun, Forscher am Korean Institute of Criminology and Justice, hat 42 von ihnen interviewt, berichtete die Korea Times zum Welttag gegen die Todesstrafe.

Nach Kims Erkenntnissen glauben die meisten Häftlinge inzwischen nicht mehr an eine Wiederaufnahme der Hinrichtungen; Disziplinarverstöße gingen zurück, viele bereiten sich auf Schulabschlüsse vor oder sparen für ihre Familien. Die Angst kehre aber zurück, wenn eine konservativere Regierung an die Macht komme – viele hätten während des Kriegsrechts 2024 eine Hinrichtung gefürchtet. Etwa vier von fünf Befragten stammen demnach aus schwierigen Familienverhältnissen.

Kim kommt zu dem Schluss, dass die Todesstrafe kaum abschreckt: „Wenn ein brutales Verbrechen geschieht und die Öffentlichkeit Angst bekommt, hat es keine Wirkung auf die Verbrechensverhütung, jemanden hinzurichten oder dazu bereit zu erscheinen.“ Hinrichtungen dürften seiner Ansicht nach wegen internationaler Verträge und der Beziehungen zu Europa, das die Todesstrafe abgeschafft hat, unmöglich bleiben. Konservative Regierungen stehen der Todesstrafe dem Bericht zufolge oft offener gegenüber; formal abgeschafft ist sie in Südkorea nicht.

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