Berlin --:--Sonntag, 11. Oktober 2026
LIVE
WeltNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Welt ·

Trump: Ukraine braucht einen neuen Präsidenten – Kreml lobt „historische“ Worte

Der US-Präsident wirft Selenskyj vor, Friedenschancen verpasst zu haben, und fordert einen neuen Staatschef für die Ukraine. Hintergrund ist der Streit um russischen Diesel für die USA.

Archivbild: US-Präsident Donald Trump bei einem Interview in Wisconsin (Juni 2026)

Archivbild · Foto: The White House / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag vor Journalisten am Weißen Haus gesagt, die Ukraine solle sich „einen neuen Anführer suchen, der einen Deal machen kann“. Wolodymyr Selenskyj „hätte viele Deals machen können“. Trump machte den ukrainischen Präsidenten auch für die hohen Dieselpreise in den USA mitverantwortlich, weil Kiews Angriffe auf russische Energieanlagen das Angebot verknappten. „Er will unseren Farmern und Viehzüchtern Probleme mit Diesel machen“, sagte Trump.

Am Freitag hatte Trump nach einem Telefonat mit Wladimir Putin angekündigt, Russland werde „sofort“ mehr als 300.000 Tonnen Diesel auf den US- und Weltmarkt liefern, im November weitere 500.000 Tonnen, danach eine und drei Millionen Tonnen. Das US-Finanzministerium erteilte dafür eine befristete Generallizenz. Selenskyj nannte das ein „Geschenk an Putin“, das „keinen Frieden“ bringe. Kreml-Gesandter Kirill Dmitrijew bezeichnete Trumps Äußerungen als „ikonisch und historisch“. Nicht namentlich genannte europäische Vertreter reagierten bestürzt.

Fachleute bezweifeln die Wirkung: Der frühere IEA-Experte Neil Atkinson sagte, die Mengen „bewegen nicht viel“ – die USA verbrauchen rund 3,7 Millionen Barrel Diesel pro Tag. Russland selbst hatte im Juli den Dieselexport verboten und das Verbot bis Ende Oktober verlängert. Der US-Dieselpreis erreichte im September den Rekord von 6,52 Dollar pro Gallone. Am 3. November wird in den USA der Kongress gewählt.

Mehr aus dem Ressort

← Welt