Killerzellen gegen Covid: Studie zeigt Ansatz für breiter wirksame Impfstoffe
Patienten mit mildem Covid-19-Verlauf zeigten stärkere Reaktionen ihrer CD8-T-Zellen auf bestimmte Virusbruchstücke. US-Forscher sehen darin eine Chance für variantenfestere Impfstoffe.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Ungeimpfte Covid-19-Patienten mit mildem Verlauf haben stärker mit ihren CD8-Killer-T-Zellen auf bestimmte Bruchstücke des Coronavirus reagiert als schwer Erkrankte. Das zeigt eine im Fachjournal iScience veröffentlichte Studie von Kazuya Masuda von der Columbia University und dem Immunologen Moriya Tsuji von der Texas A&M University, wie das Wissenschaftsportal scinexx berichtet. Die Autoren betonen, es handle sich um einen Zusammenhang, nicht um einen Schutznachweis.
Untersucht wurden Blutproben von 42 ungeimpften Patienten aus dem Jahr 2020, die alle das Immunmerkmal HLA-A2 tragen – 26 mit mildem, je 8 mit mittelschwerem und schwerem Verlauf. Die Immunzellen wurden mit 11 Abschnitten aus Virusproteinen (Epitopen) konfrontiert. Bei 20 der 26 milden Fälle war eine Reaktion auf mindestens ein Epitop messbar, schwer Erkrankte reagierten meist schwach. Eine Detailanalyse von 8402 virusreaktiven T-Zellen aus 11 Patienten ergab bei milden Fällen mehr Zellen mit sofortiger antiviraler Wirkung und langlebige Gedächtniszellen. Die Reaktionen waren bis etwa vier Monate nach der Diagnose nachweisbar.
Viele der Epitope stammen aus inneren Virusproteinen, die sich zwischen Varianten vergleichsweise wenig verändern. Sie könnten nach Ansicht der Autoren das wandelbare Spike-Protein in künftigen Impfstoffen ergänzen und so einen breiteren, womöglich dauerhafteren T-Zell-Schutz ermöglichen. „Nachzuweisen, dass diese T-Zell-Reaktionen direkt zum Schutz beitragen, wird entscheidend sein“, sagt Tsuji. Einschränkungen sind die kleine Stichprobe, Proben aus der Frühphase der Pandemie und die offene Frage, ob die Ergebnisse für Geimpfte, aktuelle Varianten und andere HLA-Typen gelten.
