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Papst: Todesstrafe „unzulässig“ – Trump will über Hinrichtungs-Livestream entscheiden

Zum Welttag gegen die Todesstrafe nennt Papst Leo XIV. sie unzulässig. Trump sagt, er werde selbst entscheiden, ob die Erschießung des Fort-Hood-Attentäters live gezeigt wird.

Archivbild: Papst Leo XIV. bei einer Audienz für Medienvertreter im Vatikan, Mai 2025

Archivbild · Foto: ⁠Edgar Beltrán, The Pillar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Papst Leo XIV., der erste Papst aus den USA, hat die Todesstrafe am Samstag, dem Welttag gegen die Todesstrafe, als „unzulässig“ bezeichnet. Auf X zitierte er die von Papst Franziskus geänderte Lehre: Das Gemeinwohl lasse sich schützen und Gerechtigkeit herstellen „ohne Rückgriff auf die Todesstrafe“. Einen konkreten Fall nannte er nicht. Stunden zuvor hatte Vatikan-Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin den Plan des Pentagons, eine Hinrichtung live zu übertragen, „wirklich unbegreiflich“ genannt; der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Paul Coakley, sprach von einer „barbarischen Förderung einer Kultur des Todes“.

Das Pentagon hatte am Donnerstag angekündigt, die Erschießung des früheren Armee-Majors Nidal Hasan live zu übertragen; Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte, Hasan bekomme „ein Erschießungskommando aus Soldaten – so, wie es sein sollte“. Hasan wurde verurteilt, weil er 2009 in Fort Hood 13 Menschen tötete und 32 verletzte, die Hinrichtung ist für den 3. Dezember angesetzt. Trump sagte am Samstag: „Es gibt zwei Gedanken: es nicht zeigen und es zeigen.“ Eine Übertragung könne vielleicht andere abschrecken, aber: „Ich werde eine Entscheidung treffen.“ Der Pastor Robert Jeffress unterstützte eine öffentliche Hinrichtung. Kritik kam aus beiden Parteien: Der Republikaner Thom Tillis verglich sie mit „unterdrückerischen Diktaturen“, der Demokrat Chris Murphy nannte sie „widerlich“. Das UN-Menschenrechtsbüro warnte vor einem Verstoß gegen das Folterverbot.

Laut von AP befragten Experten erwähnen die Armee-Vorschriften keine Übertragung; klagen könne wohl nur Hasan selbst. Die letzte Hinrichtung durch das US-Militär fand laut AP 1961 statt. Nach Euronews-Angaben wurden in den ersten neun Monaten 2026 in den USA 30 Todesurteile vollstreckt. Neu entfacht wurde die Debatte durch die gescheiterte Hinrichtung von Christa Pike am 30. September in Tennessee; Gouverneur Bill Lee setzte Hinrichtungen bis Jahresende aus. Pike, verurteilt für den Mord an der 19-jährigen Colleen Slemmer 1995, wurde nach Angaben ihrer Anwälte am Samstag ins Gefängnis zurückverlegt.

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