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Lancet-Kommission: 17 Gefahren könnten bis 2100 Milliarden gesunde Lebensjahre kosten

Von Fettleibigkeit bis Atomkrieg: Eine Lancet-Kommission beziffert 17 globale Gesundheitsrisiken. Der Bericht wird heute beim World Health Summit in Berlin vorgestellt.

Grafik: Lancet-Kommission: 17 Gefahren könnten bis 2100 Milliarden gesunde Lebensjahre kosten

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

Eine Kommission der Fachzeitschrift The Lancet hat 17 miteinander verknüpfte Bedrohungen für Gesundheit und Überleben der Menschheit im Zeitraum 2025 bis 2100 identifiziert. Dazu zählen Luftverschmutzung, Pandemien, Antibiotikaresistenzen, Adipositas, Bluthochdruck, psychische Erkrankungen, Rauchen, Klimawandel und Einkommensungleichheit. Zwei Gefahren – der böswillige Einsatz künstlicher Intelligenz und ein Atomkrieg – haben nach Einschätzung der Autoren das Potenzial, die Menschheit auszulöschen. Geleitet wird die Kommission von Christopher Murray vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der University of Washington und Natalia Kanem, der früheren Chefin des UN-Bevölkerungsfonds. 35 Fachleute wirkten mit, die Daten decken 204 Länder und Territorien ab.

Gerechnet wird in sogenannten DALYs, einem Maß für verlorene gesunde Lebensjahre. Maßnahmen gegen Adipositas könnten laut Bericht bis 2100 bis zu 23,1 Milliarden solcher Jahre verhindern, bessere Bildung 16,1 Milliarden. Auf die Einkommensungleichheit entfallen rund 13,8 Milliarden Jahre – nach Angaben der Autoren so viel wie 25 Covid-19-Pandemien. Die Verhinderung eines Atomkriegs würde demnach etwa 133 Millionen Todesfälle vermeiden, eine Begrenzung der Erwärmung auf etwa 1,8 statt 4,4 Grad rund 1,89 Milliarden gesunde Lebensjahre bewahren. „Das Bemerkenswerte ist nicht nur das Ausmaß dieser Bedrohungen, sondern dass die Menschheit noch handeln kann“, sagte Murray.

Vorgestellt wird der Bericht beim World Health Summit, der vom 11. bis 13. Oktober in Berlin stattfindet. Laut Veranstaltern umfasst das Programm mehr als 75 Sitzungen mit über 400 Rednerinnen und Rednern; erwartet werden mehr als 4.000 Teilnehmende vor Ort und rund 45.000 online. Schirmherren sind WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus und Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Kommission empfiehlt krisenfeste Gesundheitssysteme, mehr Innovation und eine laufende Beobachtung neuer Risiken, unter anderem durch einen vorgeschlagenen „Lancet Monitor“.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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