Richard Strauss und Mara Beltschewa beschließen die Sofioter Musikwochen
Das Abschlusskonzert des 57. Festivals im Saal „Bulgaria“ verband Strauss’ „Burleske“ mit Briefen, die die Veranstalter als seine Korrespondenz mit der bulgarischen Dichterin präsentieren.

Archivbild · Foto: Joseph Gaylord Gessford / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Der deutsche Komponist Richard Strauss (1864–1949) und die bulgarische Dichterin und Übersetzerin Mara Beltschewa (1868–1937) standen am Samstagabend (10. Oktober) im Mittelpunkt des Abschlusskonzerts des 57. Internationalen Musikfestivals „Sofioter Musikwochen“ im Saal „Bulgaria“ in Sofia. Das Programm „Richard Strauss und Mara Beltschewa – eine unerzählte Geschichte“ verbindet Orchestermusik mit der Lesung von Briefen. Die Sinfonietta Wraza unter ihrem Direktor Christo Pawlow spielte mit der Pianistin Nadeschda Zanowa, Solistin in der „Burleske“ für Klavier und Orchester und treibende Kraft hinter dem Projekt. Nach Angaben der Veranstalter widmete Strauss das Werk Beltschewa. Die Sopranistin Ewgenija Raltschewa singt Vokalwerke des Komponisten, der Direktor der Oper Russe, Plamen Bejkow, liest die Briefe.
Die Veranstalter präsentieren die Briefe als private Korrespondenz der beiden, die ein Erbe der Dichterin erstmals öffentlich mache; Originale lägen teils in Privatarchiven. Die Bekanntschaft wird auf die Jahre 1883 bis 1886 datiert, als Beltschewa, damals noch Angelowa, in Wien zur Schule ging. Eine unabhängige Bestätigung dieser Darstellung enthalten die Berichte nicht. Geplant ist zudem eine Sonderausgabe der Briefe. Pawlow sagte der Nachrichtenagentur BTA, die Idee sei vor etwa zwei Jahren entstanden; das Programm beschrieb er als „много силно романтична музика“ (sehr stark romantische Musik).
Die aus Sewliewo stammende Beltschewa ist in der bulgarischen Literaturgeschichte als Lebensgefährtin des Dichters Pentscho Slawejkow bekannt. Sie übersetzte Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ (1915) und Gerhart Hauptmanns „Die versunkene Glocke“ ins Bulgarische. Das Konzert gehört zur vierten Ausgabe des Projekts Internationales Festivalorchester; finanziert wird es von der Stadt Sofia über ihren Kulturkalender, Mitveranstalter sind das Kulturministerium und die Sofioter Philharmonie.
