Tennessee zahlte fast 1,2 Millionen Dollar für Hinrichtungsmittel
Lieferant und Zahl der Dosen bleiben geheim. Kritiker sprechen von Intransparenz nach gescheiterten Hinrichtungen, der Bundesstaat weist die Vorwürfe zurück.

Symbolbild · Foto: Kaldari / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Der US-Bundesstaat Tennessee hat seit Januar 2023 fast 1,2 Millionen Dollar für Giftspritzen-Mittel ausgegeben – in zwei Zahlungen über 525.000 und 650.000 Dollar. Das geht aus Unterlagen hervor, die die Zeitung Tennessean erhalten hat und die das Death Penalty Information Center (DPI) am 26. Oktober zusammenfasste. Wer liefert, wie viel Pentobarbital gekauft wurde, was eine Dosis kostet und wann sie verfällt, geht daraus nicht hervor. Der Bundespflichtverteidiger Kit Thomas sprach von „furchtbar viel Geld“ für die Steuerzahler bei so wenig Information.
Seit der Wiederaufnahme der Hinrichtungen 2025 hat Tennessee vier Menschen hingerichtet, zwei Versuche scheiterten – bei Tony Carruthers im Mai und bei Christa Pike Ende September. Pike war wegen des Mordes an der 19-jährigen Colleen Slemmer im Jahr 1995 zum Tode verurteilt worden. Pike wurde am 10. Oktober ins Gefängnis zurückverlegt; Gouverneur Bill Lee hat Hinrichtungen bis zum Abschluss einer unabhängigen Untersuchung ausgesetzt. Die Strafvollzugsbehörde hatte nach dem Fall Pike erklärt, sie habe „jeden Schritt“ ihres Protokolls befolgt, das sich „stets als wirksam erwiesen“ habe; Pikes Anwälte bestreiten das.
Anwälte von Todeskandidaten beantragten am 22. Oktober vor einem Gericht in Nashville, ihre Klage gegen das Protokoll um die Fakten der gescheiterten Hinrichtungen zu ergänzen. Der Bundesstaat will die Klage abweisen lassen und hält die Bedenken für spekulativ. Auch anderswo sind die Kosten hoch: Indiana zahlte fast 1,3 Millionen Dollar, Texas mehr als 775.000 Dollar für Pentobarbital.
