WSJ: Trump-Regierung wirbt für Orbán als UN-Generalsekretär
Laut „Wall Street Journal“ könnte Ungarns Ex-Regierungschef gemeinsamer Kandidat der USA, Russlands und Chinas werden. Polen winkt ab, Tusk findet die Idee „lustig“.

Archivbild · Foto: The White House / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Vertreter der Regierung von Donald Trump unterstützen nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ Ungarns früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán als nächsten UN-Generalsekretär. Orbán könnte demnach gemeinsamer Kandidat der USA, Russlands und Chinas werden, eine endgültige Entscheidung gibt es aber nicht. Er wolle nur antreten, wenn ihm der Sieg sicher sei. Weißes Haus und Peking bestätigten den Bericht nicht, Orbáns Sprecher ließ eine Anfrage von Euronews unbeantwortet.
Russlands Vize-Außenminister Alexander Alimow sagte der Agentur Interfax, ständige Mitglieder des Sicherheitsrats nominierten keine Kandidaten. Polens Außenminister Radosław Sikorski schrieb, er sehe nicht, dass Polen Orbáns Kandidatur unterstützen werde. Regierungschef Donald Tusk erinnerte an frühere Gerüchte, Orbán solle EU-Kommissionspräsident werden: „Das kommt mir genauso lustig vor wie das erste Gerücht.“
Die Amtszeit von António Guterres endet am 31. Dezember. Für die Wahl sind mindestens neun der 15 Stimmen im Sicherheitsrat nötig und kein Veto eines ständigen Mitglieds. Orbán hatte die Wahl in Ungarn am 12. April gegen die Tisza-Partei von Péter Magyar verloren. Seitdem ermitteln die Behörden gegen frühere Regierungsmitglieder, zwei Ex-Minister und der frühere Notenbankchef sind in Haft.
