Frontex soll auch aus Drittstaaten abschieben – Kommission will Plan heute vorlegen
Die EU-Kommission will Frontex zur zentralen Rückführungsagentur der EU machen. Die Grenzschutzagentur soll künftig auch bei Abschiebungen aus Nicht-EU-Staaten helfen.

Symbolbild · Foto: AGC Glass Europe / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die EU-Kommission will am Dienstag einen Gesetzesvorschlag vorlegen, der die Befugnisse der Grenzschutzagentur Frontex deutlich ausweiten soll. Migrationskommissar Magnus Brunner will Frontex zur „zentralen EU-Abschiebeagentur“ machen. „Wer kein Recht hat, in der EU zu bleiben, muss sie auch tatsächlich verlassen“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Vorstellen sollen den Plan nach der Kommissionssitzung Brunner und Vizepräsidentin Henna Virkkunen, berichtet Euronews.
Nach Angaben von EU-Beamten, die Euronews zitiert, soll Frontex Behörden in Drittstaaten, etwa in Nordafrika, dabei helfen können, Migranten in ihre Herkunftsländer zurückzubringen, bevor sie Europa erreichen. Geplant sind zudem eine Beteiligung an Abschiebungen aus sogenannten Rückkehrzentren, eine schnelle Eingreiftruppe und eine Einheit zur Beobachtung sozialer Medien. Im nächsten siebenjährigen EU-Haushalt soll Frontex 12 Milliarden Euro erhalten, doppelt so viel wie bisher. Jede Zusammenarbeit mit einem Drittstaat setzt ein eigenes Abkommen voraus.
Laut Agenzia Nova, die das Interview auswertete, wurden in den ersten zehn Monaten 2026 mehr als 30 Prozent der ausreisepflichtigen Migranten zurückgeführt, nach 20 Prozent im Vorjahreszeitraum. Kritiker warnen vor Risiken für die Grundrechte. „Es ist eine Abschiebeagentur, die zunehmend weit entfernt von der eigentlichen Grenze der EU operiert“, sagte die Forscherin Josephine Solanki vom Transnational Institute in Amsterdam.
