Nach Hackerangriff: AfD prüft 24 Postfächer und erstattet Anzeige
Bei zehn Mail-Konten sind laut AfD offenbar Daten abgeflossen. Die Partei spricht von einem Angriff auf die Demokratie und bezweifelt die veröffentlichten Auswertungen.

Symbolbild · Foto: U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Jessica Blair / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Nach dem Hackerangriff auf E-Mail-Konten hat die AfD Angaben zum Umfang gemacht. Ein Sprecher sagte der „Süddeutschen Zeitung“ laut Nachrichtenagentur dts, bei 24 Mail-Postfächern habe es eine Überprüfung wegen des Verdachts einer Kompromittierung gegeben; bei zehn davon seien offenbar teilweise Daten gestohlen worden. Der Angriff war nach Parteiangaben bereits im September bemerkt worden. Seit Montag kursieren Berichte, wonach mehr als 420.000 interne E-Mails veröffentlicht worden sein sollen. Diese Zahl stammt aus Medienberichten und ist von der Partei nicht bestätigt.
In einer Erklärung der Bundespartei heißt es: „Obwohl nur wenige Mail-Postfächer widerrechtlich kopiert wurden, sind große Datenmengen abgeflossen.“ Angegriffen worden sei ein Hosting-Anbieter. Die AfD bezeichnete den Angriff als „illegal und strafrechtlich relevant“ und als Angriff auf das Parteiensystem und die Demokratie. Sie habe den Angriff und die Veröffentlichung der Daten angezeigt und stehe in engem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden. Die Inhaber der betroffenen Postfächer und die Datenschutzbeauftragte seien informiert worden.
Die Partei bestreitet zudem die Aussagekraft der bisher verbreiteten Auswertungen. Diese beruhten offenbar auf einer rudimentären KI-Analyse, die Stichworte ohne Zusammenhang abgeglichen habe: „Dabei ging es um Schlagworte, nicht um den Kontext.“ Nach Angaben von Euronews veröffentlichte eine Website lediglich Zusammenfassungen einzelner Mails, nicht die Originalnachrichten. Wer hinter dem Angriff steckt und ob weitere Daten betroffen sind, ist weiterhin unklar.
