Zweites Leben für Werkzeug-Akkus? Studie sieht Potenzial – aber Recycling bleibt Hauptweg
Ein von der DBU gefördertes Projekt mit Bosch Power Tools hat mehr als vier Tonnen alter Akkus untersucht. Ergebnis: Wiederverwendung ist technisch möglich, scheitert aber an Kosten und Regeln.

Symbolbild · Foto: DragonLord / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Ausgediente Akkus aus Bohrmaschinen und Akkuschraubern könnten technisch ein zweites Leben bekommen – in der Praxis landet der Großteil aber weiterhin im Recycling. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsprojekt EASLi unter Leitung der Stiftung GRS, über das Battery-News berichtet. Beteiligt waren unter anderem Bosch Power Tools, das Rücknahmesystem GRS, der Prüfdienstleister Battery Damage Service sowie die Firmen ERLOS und ECOLOGICON. Gefördert wurde das Projekt von Januar 2025 bis Februar 2026 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
In drei Sortierkampagnen untersuchten die Partner mehr als vier Tonnen zurückgegebener Akkus. Etwa 55 Prozent der Werkzeug-Akkus waren Lithium-Ionen-Akkus, 37 Prozent noch Nickel-Cadmium-Akkus – obwohl diese für neue Elektrowerkzeuge seit 2017 verboten sind. Akkus mit lesbarem Baujahr wurden im Schnitt erst rund zehn Jahre nach der Herstellung abgegeben, der älteste stammte von 1989. Von 265 geprüften 18-Volt-Akkus waren 62 Prozent tiefentladen; in kleinen, nicht repräsentativen Stichproben galten 30 beziehungsweise 11 Prozent als wiederverwendbar.
Wirtschaftlich rechnet sich die Wiederaufbereitung laut Studie unter deutschen Lohnkosten derzeit kaum, da Prüftechnik teurer wäre als der Erlös. Hinzu kommen rechtliche Hürden: Altakkus gelten als Abfall, Hersteller fehlen oft die nötigen Zertifizierungen, Haftung, Garantie und einheitliche Prüfstandards sind ungeklärt, und verklebte Gehäuse erschweren die Aufarbeitung. Den größten Anteil sollen daher nasschemische Recyclingverfahren übernehmen. Die Projektpartner schlagen Entscheidungsbäume für Sammelstellen und Sortieranlagen sowie einen digitalen Produktpass oder QR-Code vor, der für Werkzeug-Akkus bisher nicht vorgeschrieben ist.
