Bundesbank-Chef Nagel: Aufschwung kein Strohfeuer – weitere Zinserhöhung möglich
Beim IWF in Bangkok sieht Joachim Nagel Wachstum bis 2027, womöglich 2028. Gegen die hohe Inflation schließt er ein erneutes Eingreifen der EZB nicht aus.

Archivbild · Foto: Leonhard Lenz / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hält die Erholung der deutschen Wirtschaft nicht für ein kurzes Strohfeuer. Am Rande der IWF-Jahrestagung in Bangkok sagte er laut dpa, er erwarte, dass sich das Wachstum 2027 und möglicherweise bis 2028 fortsetze. Zusammen mit dem Reformpaket der Bundesregierung und Impulsen durch Künstliche Intelligenz könne ein Momentum entstehen. Die Zahlen hätten „durchaus Aufholpotenzial in die richtige Richtung“. Der IWF hat seine Prognose für Deutschland 2026 auf 1,3 Prozent angehoben.
Zugleich schloss Nagel ein weiteres Gegensteuern gegen die Teuerung nicht aus, falls die Lage so bleibe. Die EZB hat die Leitzinsen zuletzt zweimal angehoben; im September lag die Inflation im Euroraum bei 3,8 Prozent. Ökonomen rechnen mit einer dritten Zinserhöhung in diesem Jahr. Deutschland steuert auf das sechste Jahr in Folge mit einer Inflation über dem Zwei-Prozent-Ziel zu.
Den Ansatz, über die Zinsen von Sitzung zu Sitzung zu entscheiden, hält Nagel angesichts der sehr schwankungsanfälligen Märkte für richtig. Mittelfristig wolle die EZB das Zwei-Prozent-Ziel erreichen.
