Drohnenangriff vor Oman: Zwei indische Seeleute vermisst – Supertanker drehen ab
Indien verurteilt Angriffe auf Handelsschiffe nahe der Straße von Hormus. Laut Bloomberg stoppten oder wendeten mindestens zehn Supertanker vor Fudschaira.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Nach Angriffen auf zwei Tanker nahe der Straße von Hormus werden zwei indische Seeleute vermisst. Der unter der Flagge Nicaraguas fahrende Tanker „Petro Dolphin“ wurde vor dem omanischen Hafen Sohar mutmaßlich von einer Drohne getroffen; von den elf indischen Besatzungsmitgliedern werden laut dem indischen Schifffahrtsminister zwei vermisst. Auf dem unter der Flagge der Marshallinseln fahrenden Tanker „Valthera“ brach nach dem Treffer eines unbekannten Geschosses ein Feuer aus, alle elf Inder an Bord sind laut Neu-Delhi in Sicherheit. Indien verurteilte die Angriffe; die Botschaft in Maskat arbeitet mit den omanischen Behörden zusammen.
Die Marine der Revolutionsgarden erklärte, ein Tanker mit 750.000 Barrel Rohöl sei nach Nutzung einer nicht genehmigten Route auf eine Seemine gelaufen. Wer hinter den Angriffen auf die beiden Schiffe vor Oman steckt, ist nicht offiziell geklärt. Laut Daten, die Bloomberg auswertete, stoppten oder wendeten am Montag mindestens zehn sehr große Rohöltanker (VLCC) und mehrere Suezmax-Tanker vor Fudschaira, einem Umschlagplatz außerhalb der Meerenge.
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus liegt nach Angaben von Iran International rund 75 Prozent unter dem Vorkriegsniveau; die britische Seefahrtsbehörde UKMTO zählte in der Woche bis 9. Oktober elf Angriffe auf Handelsschiffe. Der iranische Militärberater Yahya Rahim Safavi sagte, Teheran wolle den Verkehr in der Meerenge steuern und beschränken, nicht vollständig schließen.
