Wassermangel in Indien: Google kühlt größtes KI-Zentrum außerhalb der USA mit Luft
Gegen Googles 15-Milliarden-Dollar-Projekt in Visakhapatnam regt sich Protest. Der Konzern setzt nun auf Luft- statt Wasserkühlung, Aktivisten fordern einen Baustopp für Rechenzentren.

Symbolbild · Foto: IM3847 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Google verteidigt sein geplantes KI-Rechenzentrum in Visakhapatnam im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh gegen wachsende Kritik. Die Anlage im Gigawatt-Maßstab ist Teil einer Investition von 15 Milliarden Dollar, soll 2028 in Betrieb gehen und wird Googles größter KI-Standort außerhalb der USA. Weil Googles eigene Wasserbewertung auf Druck auf das örtliche Wassereinzugsgebiet hingewiesen habe, werde das Zentrum mit Luft statt mit Wasser gekühlt, sagte Googles Infrastruktur- und Energiechef für Asien-Pazifik, Alexander Smith, der Nachrichtenagentur AFP.
Anwohner befürchten dennoch, dass das Projekt Wasser und Strom in der ohnehin knappen Region weiter verknappt. Laut Business Standard, der sich auf den Guardian beruft, liegen beim indischen Umweltgericht National Green Tribunal drei Klagen gegen die Umweltgenehmigungen vor; Aktivisten verlangen ein Moratorium für neue Rechenzentren in Andhra Pradesh. Dorfbewohner werfen der Regierung zudem vor, Land ohne ausreichende Vorankündigung zurückgenommen zu haben – der Bundesstaat bestreitet das.
Google verspricht, die nötigen Netzausbauten selbst zu bezahlen und zusätzliche Projekte für saubere Energie zu finanzieren. Reiche der Strom an einem Standort nicht, werde Google entweder Wege finden, mehr Strom bereitzustellen, oder dort nicht bauen, sagte Smith. Der Konzern beziffert die jährliche lokale Wirtschaftsleistung auf rund 688 Millionen Dollar. Auch in Finnland hatte die Aufsichtsbehörde zuletzt vorbereitende Arbeiten an Googles Standorten Muhos und Kajaani bis zu einer Umweltverträglichkeitsprüfung gestoppt.
