Wasserstoff plus Grundstoff: Technion-Elektrolyse ersetzt Sauerstoff durch Epoxid
Statt Sauerstoff entsteht bei der Wasserstoff-Elektrolyse des Technion ein Epoxid, ein Grundstoff für Kunststoffe. Beide Reaktionen erreichen 98 Prozent Effizienz – ganz ohne Membran.

Archivbild · Foto: Technion / Israel Istitute of Technology / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bei der Elektrolyse von Wasser entsteht neben Wasserstoff normalerweise Sauerstoff. Forschende des Technion – Israel Institute of Technology in Haifa ersetzen ihn durch ein deutlich wertvolleres Produkt, ein Epoxid, einen wichtigen Grundstoff für die Herstellung von Polymeren. Geleitet wurde die Arbeit von Prof. Avner Rothschild und Dr. Guilin Ruan, der das Verfahren mitentwickelt hat. Die Studie erschien im Fachjournal Nature Communications.
Beide Prozesse erreichten eine Effizienz von 98 Prozent, nur etwa 2 Prozent der Ladung gingen in Nebenreaktionen verloren. Eine Membran zwischen den Elektroden ist nicht nötig. Laut Rothschild ist die erreichte Stromdichte mit großtechnischer Elektrolyse vereinbar. In den USA wurde ein Patent angemeldet.
Hintergrund: Die Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas oder Kohle verursacht rund 2 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen. Ein wertvolles Nebenprodukt könnte grünen Wasserstoff wirtschaftlicher machen. Das Verfahren baut auf früheren membranfreien Elektrolysetechniken der Gruppe auf, von denen eine bereits das Unternehmen H2Pro umsetzt; gefördert wurde die Arbeit unter anderem vom Europäischen Forschungsrat.
