Spionage mit KI-Agenten: China-nahe Hacker nahmen über 200 Organisationen ins Visier
Die Gruppe VAPOR PANDA ließ ihre Angriffe laut CrowdStrike weitgehend von KI-Agenten auf Basis von DeepSeek erledigen – in elf Tagen und mindestens 14 Ländern. Neun Organisationen wurden nachweislich kompromittiert.

Symbolbild · Foto: Coolcaesar / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Eine China zugerechnete Hackergruppe hat für eine weltweite Spionagekampagne nach Beobachtung von CrowdStrike erstmals KI-Agenten eingesetzt. Das berichtete die US-Sicherheitsfirma CrowdStrike am Donnerstag. Die Gruppe, die CrowdStrike VAPOR PANDA nennt, nutzte demnach das Agenten-System ARTEX: Ein Hauptagent steuert dabei Planungs- und Arbeitsagenten, die vom ersten Zugang über das Ausspähen von Rechnern bis zur Ausbreitung im Netzwerk vorgehen. Als Sprachmodell diente vor allem das chinesische DeepSeek, ergänzt durch ein zweites kommerzielles Modell, das CrowdStrike nicht sicher bestimmen konnte.
Ab dem 17. Oktober griff die Gruppe binnen elf Tagen mehr als 200 Organisationen in mindestens 14 Ländern an, darunter Außenministerien in Lateinamerika, Europa, Asien und dem Nahen Osten sowie US-Firmen aus Halbleiter-, Rüstungs-, Pharma-, Atom- und Finanzbranche. Bei neun Organisationen bestätigte CrowdStrike, dass die Angreifer eingedrungen waren und weiter vorgingen – darunter Telekommunikationsanbieter in den USA, Belgien und auf den Philippinen sowie ein Innenministerium im Nahen Osten. Bei einem einzigen Einbruch verarbeiteten die Planungsagenten rund 1,4 Milliarden Token an Eingaben.
Die Angreifer nutzten unter anderem schlecht gesicherte Dienste und Zugangsschlüssel aus älteren Datenlecks, die offenbar nie ausgetauscht worden waren. CrowdStrike grenzt die Kampagne von den ARTEX-Angriffen ab, die Microsoft vor gut einer Woche unter dem Namen Storm-0940 gemeldet hatte.
