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Nach Fall Pike: Jeder dritte US-Bürger für zweiten Versuch bei gescheiterter Hinrichtung

Eine Reuters/Ipsos-Umfrage zeigt ein gespaltenes Land: 33 Prozent wollen einen neuen Hinrichtungsversuch, 39 Prozent lebenslange Haft. In Tennessee ist über das weitere Vorgehen noch nichts entschieden.

Archivbild: Das Tennessee State Capitol in Nashville

Archivbild · Foto: Harrison Keely / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Drei Wochen nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee sind die Amerikaner uneins, wie es weitergehen soll. Laut einer Reuters/Ipsos-Umfrage unter 1.679 Erwachsenen, die am Montag endete, sind 33 Prozent dafür, dass der Staat es erneut versucht, wenn eine Hinrichtung misslingt. 39 Prozent meinen, Überlebende sollten stattdessen lebenslang in Haft bleiben, 26 Prozent sind unentschieden (Fehlermarge: zwei Prozentpunkte). Laut dem Sender WVLT befürworten 52 Prozent der Republikaner, aber nur 24 Prozent der Demokraten einen zweiten Versuch bei Pike.

Die heute 50-Jährige war 1996 für die Ermordung von Colleen Slemmer verurteilt worden, die wie sie am Job-Corps-Programm teilnahm; die Tat geschah 1995 in Knoxville. Am 30. September überlebte Pike zwei Dosen Pentobarbital und kam ins Krankenhaus; inzwischen ist sie laut Berichten entlassen und zurück in ihrer Haftanstalt. Gouverneur Bill Lee setzte die übrigen Hinrichtungen des Jahres aus und beauftragte den früheren Bundesstaatsanwalt Ed Stanton mit einer unabhängigen Prüfung; Strafvollzugschef Frank Strada kündigte seinen Rücktritt an. Die Behörde erklärt, sie habe das genehmigte Protokoll befolgt. Pikes Anwälte fordern die Umwandlung in lebenslange Haft ohne Bewährung.

Ob Tennessee einen neuen Termin ansetzt, ist offen; ein Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft sagte Anfang Oktober vor Gericht, er könne dazu nichts sagen. Einen Präzedenzfall gibt es in Alabama: Kenneth Smith überlebte 2022 einen Hinrichtungsversuch und wurde 2024 mit Stickstoff hingerichtet. Grundsätzlich unterstützen laut der Umfrage 55 Prozent der Amerikaner die Todesstrafe für schwerste Verbrechen – 2017 waren es in einer Reuters/Ipsos-Erhebung noch 63 Prozent. 31 Prozent lehnen sie ab.

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