Nachfolger fürs NASA-Relaisnetz gesucht: Viasat und SES testen Datenfunk im All
Eine Falcon 9 hat zwei NASA-Demonstrationen gestartet: Viasat und SES sollen zeigen, dass kommerzielle Satelliten Daten von Raumfahrzeugen zuverlässig zur Erde weiterleiten können.

Archivbild · Foto: U.S. Space Force/Joshua Conti / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Eine Falcon-9-Rakete von SpaceX hat am Dienstag zwei Kommunikationsdemonstrationen der NASA ins All gebracht. Sie starteten vom Space Launch Complex 40 der Cape Canaveral Space Force Station in Florida als Teil der Mitfluggelegenheit Bandwagon-5 in eine niedrige Erdumlaufbahn. Hinter den Tests stehen die Unternehmen Viasat und SES Space and Defense. Beide sollen in den kommenden Wochen zeigen, wie Raumfahrzeuge große Datenmengen wie wissenschaftliche Messdaten und 4K-Bilder, aber auch kleine Datenmengen wie Ortungsdaten und einfache Steuerbefehle über kommerzielle Satelliten übertragen können.
Viasat nutzt dafür die Demonstrationssonde „Maxwell“, die Rocket Lab gebaut hat. Eine autonome Technik soll die Daten zwischen Maxwell, Viasats Satelliten in der geostationären Umlaufbahn und den Bodenstationen lenken. SES setzt auf zwei Ebenen: Seine O3b-mPOWER-Flotte in mittlerer Erdumlaufbahn übernimmt die schnellen Datenströme, die geostationären Satelliten die langsamen. So soll die Testsonde ohne Unterbrechung mit den Bodenstationen verbunden bleiben. Beide Ansätze werden nun im Orbit erprobt.
Hintergrund ist ein Umbau der NASA-Kommunikation. Die Abteilung Space Communications and Navigation (SCaN) hatte 2022 über das Communications Services Project insgesamt 278,5 Millionen Dollar an die Industrie vergeben. Die NASA will ihre Flotte der Tracking and Data Relay Satellites schrittweise außer Dienst stellen und künftige Missionen in niedriger Erdumlaufbahn über kommerzielle Dienste abwickeln. Das Projekt wird vom Glenn Research Center in Cleveland geleitet; die Tests mit der Industrie laufen bis 2027.
