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Vorbild Seegurke: Hydrogel aus Waterloo hilft Sehnen beim Heilen und löst sich dann auf

Forschende der University of Waterloo haben ein Hydrogel entwickelt, dessen Steifigkeit sich an verschiedene Gewebe anpassen lässt. Bei Ratten heilten Sehnen damit besser als nur mit Naht.

Symbolbild: Seegurke der Art Actinopyga echinites

Symbolbild · Foto: François Michonneau / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Ein Team der University of Waterloo in Kanada hat ein wasserreiches Hydrogel entwickelt, das sich an Seegurken orientiert – Tieren, die die Steifigkeit ihres Körpers verändern können. Das Material dient als vorübergehendes Gerüst, an dem neues Gewebe wachsen kann, und wird vom Körper innerhalb von etwa acht Wochen abgebaut. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Advanced Functional Materials; die Universität stellte sie am 20. Oktober vor.

Die Steifigkeit lässt sich gezielt einstellen: Die Forschenden frieren das Material ein, um seine innere Struktur zu bilden, und legen es anschließend in eigens angesetzte Salzlösungen, die es weicher oder fester machen. Denkbar sind laut Team Anwendungen bei Sehnen, Muskeln, Knorpel, Haut und empfindlichem Gewebe etwa im Gehirn. In einer präklinischen Studie heilten verletzte Sehnen bei Ratten mit dem Gel besser als nach einer reinen Naht; das neue Gewebe war geordneter aufgebaut.

Geleitet wurde das fast vierjährige Projekt von Youchao Teng unter der Betreuung von Maschinenbau-Professor Yimin Wu; beteiligt waren unter anderem Forschende der UCLA und der University of Louisville. Unterschiedliche Weichgewebe bräuchten nicht alle dasselbe Gerüst, betont Wu. Vor einem Einsatz am Menschen sind Tests an größeren Tieren und klinische Studien nötig. Wu und Teng haben zwei Patente angemeldet und ein Unternehmen gegründet.

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