Japans Sonde MMX ist unterwegs zum Marsmond Phobos – Proben sollen 2031 zurückkommen
Eine H3-Rakete hat die Sonde MMX gestartet. Sie soll 2027 den Mars erreichen, zweimal auf Phobos landen und rund zehn Gramm Material zur Erde bringen. An Bord: ein deutsch-französischer Rover.

Foto: NASA / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Japans Raumfahrtagentur JAXA hat ihre Mission Martian Moons eXploration (MMX) gestartet. Eine H3-Rakete hob am Montag um 21.41 Uhr deutscher Zeit (4.41 Uhr Ortszeit am Dienstag) vom Weltraumbahnhof Tanegashima ab; es war der zehnte Start dieses Raketentyps. Nach Angaben von Space.com trennte sich die Sonde rund 71 Minuten nach dem Start planmäßig von der Oberstufe, nachdem ein letzter Triebwerksschub sie auf Marskurs gebracht hatte.
MMX soll im August 2027 den Mars erreichen und rund drei Jahre im Marssystem bleiben. Geplant sind zwei Landungen auf dem Mond Phobos, bei denen etwa zehn Gramm Oberflächenmaterial eingesammelt werden. Im November 2030 soll die Sonde zur Erde aufbrechen, die Probenkapsel 2031 in Australien landen. Forschende hoffen zu klären, ob Phobos und Deimos eingefangene Asteroiden sind oder aus einem gewaltigen Einschlag entstanden.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die französische Agentur CNES steuern den rund 25 Kilogramm schweren Rover Idefix bei, der aus etwa 40 Metern Höhe auf Phobos abgesetzt werden und rund 100 Tage arbeiten soll. Die NASA liefert unter anderem ein Spektrometer und einen Probennehmer und investiert nach Space.com-Angaben rund 87 Millionen Dollar. Es ist Japans zweite Marsmission – die erste, Nozomi, scheiterte 2003 beim Einschwenken in die Umlaufbahn.
