Handy direkt am Satelliten: Vier Telekomriesen prüfen gemeinsames Gebot für Frequenzen
Deutsche Telekom, Vodafone, Orange und Telefónica wollen gemeinsam um Satelliten-Mobilfunkfrequenzen in Europa bieten. Eine eigene Satellitenflotte planen sie nicht.

Symbolbild · Foto: Qualle / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Deutsche Telekom, Vodafone, Orange und Telefónica haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um ein gemeinsames Gebot für Frequenzen des mobilen Satellitendienstes (MSS) in Europa zu prüfen. Damit wollen sie sogenannte Direct-to-Device-Dienste beschleunigen, bei denen sich ein Smartphone direkt mit einem Satelliten verbindet. Die Frequenzen werden nach dpa-Angaben voraussichtlich 2029 frei und dienen derzeit etwa für Internet im Flugzeug.
Selbst in eine Satellitenkonstellation investieren wollen die vier Konzerne nicht; ein Satellitenpartner ist noch nicht ausgewählt. Bodeninfrastruktur sowie Koordinations- und Überwachungsfunktionen sollen in Europa angesiedelt werden. Auch andere Mobilfunkanbieter sollen offenen und diskriminierungsfreien Zugang erhalten. Ziele sind Abdeckung in schlecht versorgten Gebieten, widerstandsfähigere Netze und der Schutz kritischer Kommunikation. Investitionen, Eigentümerstruktur und Zeitplan wurden nicht genannt.
Brüssel hat den Wettbewerb um diese Frequenzen auch für außereuropäische Anbieter wie Starlink und Amazon geöffnet, berichtet das Fachportal Telesatellite. In Deutschland sind laut Bundesnetzagentur vom Juni 1,2 Prozent der Fläche ohne 2G-Netz der Telekom, bei Vodafone 1,7 und bei O2 1,6 Prozent. Bestehende Satellitenpartnerschaften der Anbieter bleiben unberührt.
