Streit um Boni: Micron-Beschäftigte in Taiwan wollen am Donnerstag streiken
Im Werk Taoyuan fertigt Micron DRAM und HBM-Speicher für KI-Server. Die Gewerkschaft verlangt 15 Prozent des Betriebsgewinns für die Belegschaft.

Archivbild · Foto: Thingreenline4546 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Eine Gewerkschaft von Beschäftigten des US-Speicherchipherstellers Micron im taiwanischen Taoyuan will am Donnerstag in den Streik treten. Das berichtet Reuters. Der Ausstand fällt auf denselben Tag wie ein Schlichtungstreffen zwischen Micron und einer zweiten Gewerkschaft am Standort Taichung, mit der sich die Streikenden solidarisch erklären. Wie lange die Arbeit ruhen soll, ist offen; Details will die Gewerkschaft am Donnerstag nennen.
Kern des Streits sind die Boni. Die Gewerkschaft fordert ein konkretes Gewinnbeteiligungsmodell, nach dem die Beschäftigten 15 Prozent des Betriebsgewinns erhalten. Für Mitarbeiter in Taiwan war bislang eine Barprämie von einer Million Taiwan-Dollar (rund 31.000 US-Dollar) vorgesehen. Laut Gewerkschaft stimmten 1.994 Mitglieder – 99 Prozent der Abstimmenden – für den Streik. Eine Schlichtung war im September ohne Einigung geendet.
Taoyuan gehört zu Microns wichtigsten Fertigungszentren: Dort entstehen DRAM- und HBM-Speicherchips, die in KI-Servern stecken. Micron beschäftigt in Taiwan rund 15.000 Menschen und hat dort nach eigenen Angaben mehr als 1,6 Billionen Taiwan-Dollar (49 Milliarden US-Dollar) investiert. Präsident Lai Ching-te hatte beide Seiten vergangene Woche zu aufrichtigen Verhandlungen aufgerufen. Ob die Produktion beeinträchtigt wird, ist offen.
