Ökonomen warnen: Angriffe im Schwarzen Meer drohen Bulgarien von Märkten abzuschneiden
Über die Seehäfen laufen jährlich mehr als 28 Millionen Tonnen Fracht. Die Donau führt Rekord-Niedrigwasser, 2027 will Rumänien die Bahn über die Donaubrücke sperren.

Archivbild · Foto: Alexey Komarov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bulgariens Wirtschaft droht nach einer Analyse des Instituts für Marktwirtschaft (IME) zunehmend von den Auslandsmärkten abgeschnitten zu werden, wie die Agentur BTA berichtet. Nach Angaben von Chefökonom Latschesar Bogdanow haben die vor der Küste gesunkenen Frachter bereits die Versicherungsprämien und die Transportkosten erhöht. Hielten die Angriffe an, könne die Schifffahrt zum Erliegen kommen – wie in der Straße von Hormus, wo der Verkehr „praktisch blockiert“ sei.
2025 wurden über die Schwarzmeerhäfen mehr als 28 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, im vergangenen Jahrzehnt waren es jährlich 26 bis 32 Millionen Tonnen. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umschlag um 17 Prozent. Abhängig sind etwa die Metallindustrie mit Aurubis Bulgaria und Stomana Industry, die Chemie mit Solvay Sodi und Agropolychim, die Raffinerie Lukoil Neftochim und der Getreidehandel.
Probleme gibt es auch an der Donau, deren Pegel auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Messungen liegt; der Umschlag in den Donauhäfen sank im ersten Halbjahr um 14 Prozent. Von April bis Dezember 2027 will Rumänien die Bahnverbindung über die Donaubrücke Giurgiu–Russe für die Elektrifizierung sperren. Eine strategische Antwort der Regierung fehle bislang, so das IME.
