Fall Iva M.: Skopje bestellt Bulgariens Geschäftsträger ein
Nordmazedonien protestiert gegen Äußerungen von Innenminister Demerdschiew und Botschafter Radukow. Das Außenministerium spricht von Provokationen.

Foto: Julian Lupyan / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
Das Außenministerium Nordmazedoniens hat den bulgarischen Geschäftsträger in Skopje einbestellt und eine mündliche Demarche überreicht. Anlass sind Äußerungen bulgarischer Amtsträger zum Fall Iva M., wie die Nachrichtenagentur BTA berichtete.
Nach Darstellung Skopjes hat sich Innenminister Iwan Demerdschiew beleidigend und provokativ geäußert. In einem bulgarischen Podcast hatte er gesagt, Bulgarien werde Iva M. nicht ausliefern. Botschafter Scheljasko Radukow sagte dem Sender bTV, der bulgarische Staat sei über ihre Absicht, Nordmazedonien zu verlassen, nicht informiert gewesen; die Botschaft habe aus den Medien davon erfahren. Er wäre äußerst überrascht, wenn die Behörden in Skopje nichts gewusst hätten – ihre Pässe seien eingezogen gewesen, vor ihrem Haus in Kotschani habe eine Polizeistreife gestanden.
Skopje wertet die Worte des Botschafters als Einmischung in innere Angelegenheiten. Die Provokationen entfernten den Dialog vom Rahmen gutnachbarlicher Beziehungen, erklärte das Ministerium; ein solches Verhalten könne eine institutionelle Reaktion nach dem Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen erfordern.
