„Chelsea 3“: Ermittler stellen erste Beweismittel auf dem Frachter sicher
Verkohlte Kabel, Glassplitter und Abstriche aus drei Lecks sollen auf Sprengstoff untersucht werden. Die 15 Seeleute warten weiter auf ihre Heimreise.

Archivbild · Foto: Vammpi / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Militärstaatsanwaltschaft in Sofia und die Antiterroreinheit des Innenministeriums haben den zweiten Tag lang den Frachter „Chelsea 3“ untersucht, der im Schwarzen Meer von Drohnen getroffen und in den Hafen von Burgas geschleppt worden war. Nach Angaben des Senders BNT stellten die Ermittler stark verkohlte Kabel, Glasteile und Abstriche aus den drei Lecks sicher. Gutachten sollen Herkunft und Art des Sprengstoffs klären. Taucher untersuchten den Rumpf unter Wasser, Sprengstoffexperten fanden weder Strahlung noch gefährliche Munition.
Die Ermittlungen leitet Staatsanwalt Major Kiril Pejtschinow; beteiligt sind außerdem der Inlandsgeheimdienst DANS, der Auslandsnachrichtendienst und der Militärgeheimdienst. Zwei Lecks befinden sich im Laderaum, eines im Heck mit dem Maschinenraum – das Schiff ist manövrierunfähig. Das Abschleppen kostete den Staat rund 200.000 Euro; nach Angaben von BNT soll die Versicherung des Reeders dafür aufkommen.
Die 15 Besatzungsmitglieder aus der Ukraine und Aserbaidschan sind in einem Hotel in Warna untergebracht und sollen vor einem Richter vernommen werden. Sie warten auf Papiere und Visa für die Heimreise. Nach Ansicht von Kapitän Schiwko Petrow, Direktor der Seefahrtsbehörde in Burgas, entscheidet der Reeder über das Schicksal des Schiffs, sobald die Behörden fertig sind; es solle in einer bulgarischen Werft in Burgas oder Warna repariert werden.
