Israel elf Tage vor der Wahl: Netanjahu attackiert Winter – Eisenkot will stärkste Kraft
Netanjahu gibt seltene Interviews und warnt rechte Wähler vor Experimenten. Ex-General Ofer Winter überspringt in immer mehr Umfragen die Sperrklausel, Eisenkot rechnet schon an Koalitionen.

Symbolbild · Foto: Clema12 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Elf Tage vor der Parlamentswahl in Israel am 27. Oktober hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Reihe seltener Medienauftritte absolviert – bei Kanal 14, Kanal 11 und dem Armeesender. Laut Jerusalem Post sagte er: „Das Rennen ist ausgeglichen“; rechte Wähler sollten kein Risiko eingehen. Seine Angriffe richtete er vor allem gegen die Partei des pensionierten Brigadegenerals Ofer Winter: „Wenn er wie Bennett läuft und wie Bennett redet, ist er Bennett.“ Winters Partei übersprang in elf von 19 großen Umfragen seit dem 1. Oktober die Sperrklausel von 3,25 Prozent.
Winter sagte dem Kanal 12, Netanjahu könne sich „auf den Weg machen“, wenn er seine Bedingungen ablehne; ohne ein Gesetz zur Wehrpflicht für Ultraorthodoxe werde seine Partei keiner Regierung beitreten, in der diese das Zünglein an der Waage sind. Der frühere Generalstabschef Gadi Eisenkot will seine Partei Yashar zur stärksten Kraft machen und erwägt laut dem Bericht eine Minderheitsregierung, die bei Enthaltung der arabischen Parteien eine Abstimmung in der Knesset überstehen könnte. Eisenkot bekräftigte laut dem Bericht, Netanjahu dürfe nicht durch eine Niederlage gewinnen; im Interview mit Jediot Achronot warnte er ihn davor, mit einer Übergangsregierung im Amt zu bleiben – „das wird nicht passieren“.
