Äthiopien setzt Übergangsverwaltung in Tigray ein – Rubio mahnt zur Deeskalation
Nach der Vertreibung der TPLF aus Mekelle übernimmt Addis Abeba für sechs Monate die Verwaltung Tigrays. Die USA drängen Äthiopien und Eritrea, einen neuen Krieg zu vermeiden.

Archivbild · Foto: Mulugeta Atsbeha / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed hat für die Region Tigray eine Übergangsverwaltung für sechs Monate angekündigt. Ziel sei „eine stabile politische Lage, damit freie und transparente Wahlen abgehalten werden können“, teilte sein Büro am Freitag nach einer Kabinettsentscheidung mit. Die Zentralregierung ernannte zudem fünf Amtsträger, darunter den Bürgermeister der Regionalhauptstadt Mekelle. Die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) hatte am 23. September eine Offensive gestartet, wurde zurückgedrängt und verlor ihre Hochburgen; eine Reaktion der TPLF lag zunächst nicht vor.
US-Außenminister Marco Rubio telefonierte nach Angaben des State Department am Mittwoch mit Abiy und mahnte Gespräche auf Grundlage des Friedensabkommens mit Eritrea von 2018 an; die Region vertrage keinen weiteren Konflikt. Äthiopiens Außenminister Gedion Timothewos warf Eritrea in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat vor, Truppen über die Grenze geschickt zu haben, ohne Belege zu nennen. Sein eritreischer Kollege Osman Saleh sprach von einer „verwerflichen Kriegserklärung“ Äthiopiens. Human Rights Watch berichtete von zivilen Opfern durch Artilleriebeschuss im Süden Tigrays und forderte humanitären Zugang.
