Syphilis: Forscher entwickeln Schnelltest, der zwei Laboruntersuchungen vereint
Ein neuer Teststreifen der Penn State University soll Syphilis-Antikörper schon in geringer Menge sichtbar machen – noch während des Arztbesuchs. Getestet wurde er bisher nur an 36 Proben.

Symbolbild · Foto: Secretlondon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Syphilis breitet sich in Europa seit Jahren aus: Nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC vom Mai wurden 2024 in der EU und im EWR 45.577 Fälle gemeldet, mehr als doppelt so viele wie 2015; die Zahl der angeborenen Syphilis-Fälle stieg in 14 meldenden Ländern binnen eines Jahres von 78 auf 140. Die Diagnose ist bisher meist mehrstufig: Ein Test sucht Antikörper gegen den Erreger Treponema pallidum, ein zweiter Antikörper, die auf eine aktive Infektion hindeuten. Forschende der Penn State University in den USA haben nun einen Schnellteststreifen entwickelt, der beide Untersuchungen in einem Schritt vereinen soll. Die Arbeit erschien im Fachjournal „ACS Sensors“, die Universität stellte sie am 15. Oktober vor.
Kern der Neuerung sind winzige dreischichtige Partikel – eine Silberschicht zwischen zwei Goldschichten –, die das Signal auf dem Teststreifen verstärken. In Vergleichen waren die Testlinien 19 bis 46 Prozent kräftiger als mit herkömmlichen Goldpartikeln, am deutlichsten bei sehr geringen Antikörpermengen; laut Universität blieb die Linie auch bei dreimal weniger Zielmolekülen sichtbar. Ziel sei, dass über eine Behandlung schon entschieden werden kann, bevor Patientinnen und Patienten die Praxis verlassen. Die bisher in den USA zugelassenen Schnelltests erkennen nach Angaben der Forschenden nur eine der beiden Antikörperarten. Man wolle das bewährte Diagnoseverfahren nicht abschaffen, betonte der Leiter der Arbeit, Dipanjan Pan.
Noch handelt es sich um ein Pilotgerät: Geprüft wurde es an 36 klinischen Proben, die von der US-Gesundheitsbehörde CDC und einem Probenanbieter stammten. Die Universität kündigt größere Validierungsstudien, die Weiterentwicklung des Prototyps und eine Zulassung an; ein Patent ist beantragt. Finanziert wurde die Forschung unter anderem von den US-Gesundheitsinstituten NIH, der CDC, der National Science Foundation und einem Forschungsprogramm des US-Verteidigungsministeriums. Syphilis ist mit Antibiotika behandelbar; Kondome senken das Ansteckungsrisiko, bei Verdacht helfen Arztpraxen und Gesundheitsämter mit Tests weiter.
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