Arzttermine: Kassenchef Blatt fordert feste Terminquoten für alle Praxen
Termine sollen nach medizinischem Bedarf statt nach Versicherungsstatus vergeben werden, verlangt der GKV-Spitzenverband. Gesetzlich Versicherte dürften nicht länger warten müssen.

Symbolbild · Foto: Triplec85 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Chef des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, fordert einen gerechteren Zugang gesetzlich Versicherter zu Arztterminen. Termine sollten „nach medizinischem Bedarf vergeben werden und nicht danach, wie jemand versichert ist“, sagte Blatt den Funke-Medien. Die rund 75 Millionen gesetzlich Versicherten finanzierten den Großteil der ärztlichen Honorare, würden bei der Terminvergabe aber oft benachteiligt – Blatt nannte das eine „himmelschreiende Ungerechtigkeit“.
Der Verband hatte bereits eine täglich aktualisierte Plattform vorgeschlagen, auf der alle Praxen einen festen Anteil ihrer Termine anbieten sollen, ohne dass der Versicherungsstatus abgefragt wird. Privatpatienten könnten weiter behandelt, aber nicht automatisch bevorzugt werden. „Ein gesetzlich Versicherter sollte nicht allein deshalb zwei Wochen länger warten müssen“, sagte Blatt. Den Begriff „Zweiklassenmedizin“ lehnt er ab; die Ungleichbehandlung zeige sich vor allem bei den Wartezeiten.
Die Debatte läuft seit Wochen: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor rund einem Monat von einem möglichen „Gerechtigkeitsproblem“ gesprochen, falls Privatversicherte sofort und Kassenpatienten erst nach Wochen oder Monaten Termine bekämen. Am Freitag hatte TK-Chef Jens Baas gefordert, das duale System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung durch ein neues Modell zu ersetzen.
