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Gleich und gleich gesellt sich gern: Partnerwahl hinterlässt Spuren in den Genen

Paare ähneln sich bei Bildung, Rauchen und Trinken – und das ist sogar im Erbgut messbar. Eine Studie mit Hunderttausenden Menschen aus Großbritannien und den USA sieht den Effekt bei Jüngeren teils wachsen.

Zwei Eheringe vor einer weißen und einer roten Rose (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: Dako99 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Dass sich Partner oft ähneln, ist bekannt. Die Psychologin Gretchen R. B. Saunders von der University of Minnesota hat nun untersucht, ob sich diese Ähnlichkeit auch im Erbgut niederschlägt und ob sie über die Generationen zunimmt; die Studie erschien im Fachjournal „Behavior Genetics“, das Portal PsyPost berichtete am 9. Oktober. Ausgewertet wurden Daten der britischen UK Biobank – darunter 82.398 wahrscheinliche Ehe- oder langjährige Lebenspaare, 16.273 Geschwisterpaare und 333.491 nicht verwandte Personen – sowie 228.875 Teilnehmende des US-Forschungsprogramms „All of Us“. Betrachtet wurden Bildung, Körpergröße, Body-Mass-Index sowie fünf Merkmale zum Rauchen und Trinken.

Am stärksten ähnelten sich Paare beim Bildungsgrad (Korrelation 0,45), gefolgt vom wöchentlichen Alkoholkonsum (0,42) und dem Rauchstopp (0,33). Im Erbgut war die Ähnlichkeit deutlich schwächer, im Schnitt um rund 80 Prozent – bei Bildung etwa lag die Korrelation genetischer Veranlagungen bei 0,16. Dennoch fand sich die Signatur auch bei nicht verwandten Menschen, was bei rein zufälliger Partnerwahl nicht zu erwarten wäre. In den US-Daten (Geburtsjahrgänge 1900 bis 2005) nahm das Bildungssignal von etwa 0,04 bei den in den 1930er-Jahren Geborenen auf etwa 0,09 bei um 2000 Geborenen zu; in Großbritannien (Jahrgänge 1936 bis 1970) blieb es weitgehend stabil. Eine im August in „Nature Human Behaviour“ erschienene Studie aus Lausanne mit britischen und estnischen Biobankdaten kam für Größe und Bildung ebenfalls zu dem Schluss, dass die genetische Partnerähnlichkeit in jüngeren Generationen zugenommen hat.

Die Einschränkungen sind erheblich: Untersucht wurden nur Menschen europäischer Abstammung, und in der UK Biobank wurden Paare über gemeinsame Adressen erschlossen, nicht über Heiratsregister. Verglichen werden Menschen verschiedener Jahrgänge – Teilnahme, Überleben und Bevölkerungswandel können das Bild verzerren. Gemeinsames Umfeld, gegenseitige Beeinflussung und das Kennenlernen in denselben Vierteln oder Betrieben lassen sich nicht sauber trennen; Angaben zur Finanzierung enthält der PsyPost-Bericht nicht. Der nicht beteiligte Psychologe Norbert Meskó (Universität Pécs) warnte vor der Lesart, die Gene bestimmten, in wen man sich verliebe. Die wichtigste Botschaft sei, dass Muster der Ähnlichkeit zwischen Partnern über Generationen hinweg nachweisbare genetische Spuren hinterlassen könnten.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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