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Serbien: Vučić tritt erstmals seit Protestbeginn in Novi Sad auf – mit Fico an der Seite

Neun Tage vor der Parlamentswahl hielt Aleksandar Vučić eine Großkundgebung in der Stadt des Bahnhofsunglücks ab. Er warf dem Ausland ohne Belege vor, die Proteste finanziert zu haben.

Symbolbild: Der Haupteingang des Bahnhofs von Novi Sad

Symbolbild · Foto: ArhistefoBL / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Der serbische Populist Aleksandar Vučić hat am Freitag in Novi Sad seine erste große Kundgebung in der Stadt seit Beginn der Proteste im November 2024 abgehalten. Dort waren knapp zwei Jahre zuvor beim Einsturz eines Betonvordachs am Bahnhof 16 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP kamen Tausende Anhänger, viele mit Bussen aus anderen Landesteilen. Vučić war im vergangenen Monat als Präsident zurückgetreten, um den Wahlkampf seiner Serbischen Fortschrittspartei (SNS) zu führen, und will nach der Wahl am 25. Oktober Regierungschef werden.

„Viel Geld kam aus dem Ausland, Milliarden wurden hereingebracht, um Serbien zu zerstören“, sagte Vučić vor der Menge. Belege für seine Behauptung, ausländische Mächte hätten die Proteste organisiert und finanziert, legte er nach AP-Angaben nicht vor; zugleich versprach er Gerechtigkeit für die Opfer. Als Gastredner trat der slowakische Ministerpräsident Robert Fico auf, der auf Serbisch sprach und Vučić lobte. Viele Teilnehmer trugen Fahnen mit dem Bild des wegen Völkermords verurteilten früheren bosnisch-serbischen Militärchefs Ratko Mladić.

Wichtigster Herausforderer der seit 14 Jahren regierenden SNS ist die von den protestierenden Studierenden unterstützte Studentenliste. Die Studierenden hatten die Bewohner gebeten, am Freitag fernzubleiben, um Zusammenstöße zu vermeiden; größere Zwischenfälle meldete AP nicht. Für das Unglück wurde bislang niemand zur Verantwortung gezogen. Kritiker werfen der Regierung Einschränkungen demokratischer Freiheiten und Korruption vor, was sie bestreitet; Serbiens EU-Beitrittsprozess stockt.

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