„Chelsea 3“: Bulgarien ermittelt – Berlin hatte Hilfe bei der Aufklärung zugesagt
Bulgariens Militärstaatsanwaltschaft ermittelt zum Drohnenangriff auf den Frachter. Wadephul hatte Sofia Unterstützung zugesagt, der EU-Gipfel verurteilte die Angriffe im Schwarzen Meer.
Foto: Alexey Komarov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Video: YouTube · Новините на NOVA · youtube.com
Die Militärstaatsanwaltschaft in Sofia hat nach Angaben der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA ein Ermittlungsverfahren zum Drohnenangriff auf das Frachtschiff „Chelsea 3“ eingeleitet. Das unter maltesischer Flagge fahrende Schiff war am 13. Oktober rund 15 Seemeilen vor dem Küstenort Bjala in Bulgariens ausschließlicher Wirtschaftszone im Schwarzen Meer getroffen worden; es war von der Türkei nach Moldau unterwegs. Alle 15 Besatzungsmitglieder wurden in Sicherheit gebracht und nach Warna gebracht.
Auslöser der Ermittlungen ist laut BTA eine Anzeige der Organisationen Bulgarische Anwälte für Menschenrechte und Bulgarisches Helsinki-Komitee. Untersucht werden sollen unter anderem Eigentümer, Besatzung, Route und Ladung des Schiffes; das Innenministerium soll Zeugen ermitteln. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte Bulgarien am 14. Oktober beim Besuch von Außenministerin Welislawa Petrowa in Berlin laut BNT Unterstützung bei der vollständigen Aufklärung der Angriffe zugesagt: „Wir stehen an Ihrer Seite, wenn es darum geht, diese Fälle aufzuklären und zu untersuchen.“
Beim EU-Gipfel in Brüssel verurteilte der Europäische Rat, dem auch Deutschland angehört, in seinen Schlussfolgerungen vom 16. Oktober Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer, ausdrücklich auch die jüngsten Angriffe in den Wirtschaftszonen Bulgariens und Rumäniens. Nach Auffassung der Staats- und Regierungschefs sind sie ein schwerer Verstoß gegen das Völker- und Seerecht, einschließlich des UN-Seerechtsübereinkommens. Sie fordern die sofortige Wiederherstellung der sicheren Durchfahrt für alle zivilen Schiffe.
