Love-Scamming in Bulgarien: Opfer verloren 2026 bisher rund 406.000 Euro
Bei der Cybercrime-Direktion der bulgarischen Polizeibehörde GDBOP gingen dieses Jahr bisher 37 Anzeigen wegen Liebesbetrugs im Internet ein. Jede fünfte kam von einem Mann. Die Ermittler warnen vor typischen Maschen.

Symbolbild · Foto: Mohamed Hassan / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
Betrüger, die online eine Liebesbeziehung vortäuschen, haben in Bulgarien in diesem Jahr bereits rund 406.000 Euro erbeutet. Das geht aus Zahlen der Direktion für Cyberkriminalität der Hauptdirektion zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (GDBOP) hervor, die zum Welttag der Prävention von Romance-Scams am 3. Oktober veröffentlicht wurden und über die unter anderem Radio 999 berichtete. Demnach gingen 2026 bisher 37 Anzeigen ein. 2025 waren es 35 Anzeigen mit Schäden von rund 561.000 Euro und weiteren 450.000 Lewa, 2024 waren es 27 Anzeigen mit rund 350.000 Euro und 500.000 Lewa. Rund 20 Prozent der Anzeigen kamen von Männern. Die Zahlen beziehen sich auf Anzeigen, die bei der Direktion eingegangen sind.
Die Täter legen sich nach Angaben der GDBOP falsche Identitäten zu, gewinnen nach und nach das Vertrauen ihrer Opfer und bitten dann um Geld. Häufig geben sie sich als Soldaten, Ärzte, Schiffskapitäne oder Prominente aus, meiden Videoanrufe und finden immer neue Gründe, warum ein Treffen nicht möglich ist. „Die emotionale Nähe ist nur ein Mittel zum Zweck – dem Geld“, heißt es von der Behörde. Die Psychologin Lidija Sagorowa sagte im Sender Bulgaria ON AIR, die Betrüger suchten gezielt einsame Menschen, etwa verwitwete und geschiedene Frauen; eine „24-stündige Belagerung mit Liebe, mit Gedichten, mit Liedern“ in dieser Intensität sei nicht normal.
Auch ein Videoanruf ist laut Sagorowa keine Garantie mehr: Mit Künstlicher Intelligenz gebe es inzwischen Programme, mit denen Betrüger Video-Kontakte vortäuschen könnten. Die GDBOP rät, kein Geld an Menschen zu überweisen, die man nur aus dem Internet kennt, keine Bankdaten, persönlichen Daten, Fotos von Ausweisen oder Zugangscodes weiterzugeben und besonders vorsichtig zu sein, wenn eine Online-Bekanntschaft aus welchem Grund auch immer um finanzielle Hilfe bittet. Wer bemerkt, dass Angehörige oder Freunde in einer solchen Online-Beziehung stecken, sollte das Gespräch mit ihnen suchen.
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