Berlin --:--Sonntag, 11. Oktober 2026
LIVE
Leben & AlltagNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Liebe & Beziehung ·

Fremde als Kuppler: Neue Dating-App lässt die Community über Paare abstimmen

Die frühere Tinder-Managerin Taru Kapoor hat in den USA die App Rivet gestartet. Statt selbst zu wischen, bewerten andere Nutzer, ob zwei Menschen zusammenpassen.

Hand hält ein Smartphone mit einem Herz-Symbol auf dem Bildschirm (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: Santeri Viinamäki / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Weg vom einsamen Wischen, hin zur Partnervermittlung durch die Masse: Mit diesem Ansatz ist die Dating-App Rivet am 24. September landesweit in den USA gestartet. Gegründet hat sie Taru Kapoor, die 2015 zu Tinder kam, um das Geschäft in Indien aufzubauen, später für Süd- und Südostasien sowie die Türkei zuständig war und Tinder und Match Group 2023 verließ. Rivet sammelte nach Branchenberichten 10,5 Millionen US-Dollar Startkapital bei Peak XV Partners, Shine Capital und Blume Ventures ein; früher Investor ist der ehemalige Tinder- und OkCupid-Chef Elie Seidman. Getestet wurde die App zuvor in Charlotte (North Carolina).

Das Prinzip nennt das Unternehmen „Social Matching“: Die App schlägt anhand von Vorlieben, Interessen und Beziehungsabsichten mögliche Paare vor. Sogenannte Matcher – andere Nutzer, eingeladene Freunde oder besonders erfolgreiche „Elite Matchers“ – sehen zunächst ohne Namen Angaben zu Persönlichkeit und Absichten und stimmen anonym ab, ob die beiden zusammenpassen; laut „New York Post“ wird ihnen auch ein KI-erzeugtes Bild der beiden gezeigt. Aus den Stimmen entsteht ein Punktwert, Paare mit hoher Zustimmung werden einander vorgestellt, und jeder entscheidet selbst, ob er Kontakt aufnimmt. Matcher sammeln die virtuelle Währung „Karma“, die nach Angaben im App-Eintrag auch in Geld eingelöst werden kann. Auch Menschen in einer Beziehung können mitmachen.

„Humans introducing humans is the oldest technology“, sagte Kapoor der „Los Angeles Times“ – dass Menschen andere Menschen miteinander bekannt machen, sei die älteste Technologie. Die App bringe viele Menschen zum Vorschein, an denen man sonst vorbeiwischen würde. Ob das Modell auf Dauer trägt, ist offen; belastbare Erfolgszahlen liegen nicht vor. Ob und wann Rivet nach Europa kommt, geht aus den Berichten nicht hervor. Der Start fällt in eine Phase, in der viele Anbieter nach Alternativen zum endlosen Wischen suchen.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

Mehr aus dem Ressort

← Leben & Alltag