Bombendrohungen per Mail: Jetzt wird auch Innenminister Demerdschiew bedroht
In der jüngsten Welle falscher Bombendrohungen an Hunderte Einrichtungen in Bulgarien wird auch Innenminister Iwan Demerdschiew bedroht. Die Ermittler prüfen mehrere Spuren.

Symbolbild · Foto: Apostelgreek2 / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
Die E-Mails mit falschen Bombenwarnungen, die in Wellen Schulen, Kindergärten, Behörden und Flughäfen in Bulgarien erreichen, enthalten inzwischen auch eine Drohung gegen Innenminister Iwan Demerdschiew. Das sagte der Leiter der Direktion Cyberkriminalität bei der Ermittlungsbehörde GDBOP, Wladimir Dimitrow, am Sonntag dem Sender Nova. In der vor rund anderthalb Tagen verschickten Welle heiße es, der Minister werde verletzt.
„Wir arbeiten an mehreren Versionen“, sagte Dimitrow laut BTA. Ob eine oder mehrere Personen hinter den Mails stehen, sei noch offen. Einen versuchten Anschlag auf den Minister könne man nicht ausschließen, es gebe dafür aber keine belastbaren Hinweise. Hauptziel der Absender sei es, die Institutionen zu destabilisieren und das Vertrauen der Bürger zu untergraben. Die Nachrichten kämen ein- bis zweimal pro Woche über gekaperte Rechner und Server weltweit sowie über Tor, VPN und Proxys.
Dimitrow rief Schulleitungen und Behörden auf, jede Drohung ernst zu nehmen und die Polizei zu informieren, aber keine Panik zu schüren. Eine Massenevakuierung sei nicht bei jeder solchen Mail automatisch nötig. Für die Präsidentenwahl am 25. Oktober hätten Innenministerium, Staatssicherheitsagentur DANS und Geheimdienste Aktionspläne vorbereitet; eine Zunahme von Cyberangriffen im Zusammenhang mit der Wahl sehe man derzeit nicht.
